Metadata : Wirtschaft als Leben

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,Zur  sozialwissenschaftlichen  Begriffsbildung“,

schied  aus,  ob  die  Gliederung  gleich  an  nächster  Stelle,  bei  den  umfassenden ­
  Teilsystemen,  oder  erst  in  den  fernen  Einzelheiten  eine
scharfe  ist.  So  hat  der  Westen  der  Balkanhalbinsel  in  diesem  intensiven,
der  Osten  hingegen  in  jenem  extensiven  Sinne  einen  hohen  Strukturwert; ­
  im  Westen  die  ominöse  „Zerrissenheit“,  im  Osten  die  klare  Anordnung ­
  nach  großen  Maßen.
Es  ist  bezeichnend,  daß  wir  instinktiv  geneigt  sind,  uns  die  Individualität ­
  der  Dinge  ganz  anders  zu  vergegenwärtigen,  je  nachdem ­
  es  sich  um  umfassende  oder  um  minder  umfassende
Systeme  handelt.  Im  ersteren  Falle  halten  wir  uns  mehr  an  den
System-  und  Strukturwert,  somit  an  die  Anerkenntnis  einer  klaren
wohlgegliederten  Einheit;  im  letzteren  Falle  berufen  wir  uns  mehr
auf  den  Individual-  und  Charakterwert,  wir  fassen  die  Mission  ins
Auge,  die  dem  Einzelnen  im  Rahmen  eines  höheren  Ganzen  zufällt.
So  wäre  man  versucht,  zwischen  Samtindividuen  und  Einzelindividuen
  zu  unterscheiden;  jene  wären  mehr  auf  das  kollektive,
diese  mehr  auf  das  funktionelle  Moment  abgestimmt.  Wie  sich
diese  Eindrücke  selbst  gegen  über  den  sprichwörtlichen  Individuen,
den  „auf  dem  Ich  aufruhenden  Einheiten“  geltend  machen,  gehört
nicht  mehr  hierher;  nur  soviel,  daß  wir  bei  der  „episodischen  Figur“,
die  bloß  mit  einer  vereinzelten  Handlung  der  Geschichte  anheirnfällt,
auch  mehr  nur  das  Funktionelle  würdigen;  während  der  „Held“,  der
eine  ganze  Epoche  tragen  hilft,  uns  sofort  auch  als  Einheit,  somit  also
auf  System-  und  Strukturwert  hin  interessiert.  Wir  sagen  dann  etwa,
daß  wir  Charakter  und  Wirken  von  ihm  in  ihren  verwickelten  Beziehungen ­
  aufzudecken  suchen.  Im  Vorstellungskreise  unseres  Beispiels
aber  tritt  eine  Scheidung  zwischen  Samt-  und  Einzelindividuum
besonders  dort  versucherisch  an  uns  heran,  wo  auf  der  einen  Seite
ein  umfassendes  Kollektivum  steht,  etwa  ein  ganzes  Gebirgssystem,
  das  uns  höchstens  im  Kartenbilde  als  anschauliche  Einheit  erscheint; ­
  ihm  gegenüber  aber  so  recht  ein  „Einzelding“,  eine  Einheit
nämlich,  so  wuchtig  anschaulich,  daß  wir  uns  immer  erst  besinnen
müssen,  wie  auch  hier  ein  System,  ein  Kollektivum  vorliegt,  wie  also
z.  B.  auch  der  Berg  erst  noch  das  Ganze  seiner  Hänge  ist.  Mit  dem
Berge  verglichen,  empfinden  wir  übrigens  schon  den  Höhenzug  als
Kollektivum  und  demgemäß  als  Samtindividuum,  weil  hier  der  Teil
dem  Ganzen  bereits  an  Anschaulichkeit  überlegen  ist.
Solchen  Eindrücken  zum  Trotz  kann  aber  die  Scheidung  zwischen
Samt-  und  Einzelindividuen  nicht  den  Anspruch  erheben,  mehr  als  eine
relative  zu  sein.  Sie  hängt  in  letzter  Linie  mit  der  Scheidung
zwischen  dem  Passiv-  und  dem  Aktiv-Individuellen  zusammen;  und
            
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