Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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in  keiner  Beziehung  zu  seinem  objektiven  Wertmaßstab.  Der  Staat  schafft
es,  gibt  es  aus  und  erzwingt  seine  Annahme.  Dadurch,  daß  das  Papiergeld
an  sich  beliebig  vermehrbar  ist,  fehlt  ihm  die  Wertbeständigkeit,  die  das
Gold  auszeichnet.
S.  den  Abschnitt  „Papierwährung".
S.  Giralgeld
Neben  das  stoffwertige  und  das  stoffwertlose  Geld  (Papiergeld)  tritt  das
st  v  f  f  l  o  s  e  Geld,  das  G  i  r  a  l  -  oder  B  u  ch  g  e  l  d.  Das  Wort  Giro  ist
abgeleitet  von  dem  italienischen  giro  —  Kreislauf;  das  Geld  läuft  von
Konto  zu  Konto  um,  wird  von  einem  Konto  auf  das  andere  überschrieben.
Dieses  bargeldlose  Zahlen  bedeutet  jedoch  nicht:  ohne  „Geld"  überhaupt ­
  zahlen.  Es  ist  vielmehr  das  kurzfristige  Bankguthaben  selbst  als
neues  Zahlungsmittel  anzusehen.
Ein  solches  Giralgeld  entsteht  letzten  Endes  dadurch,  daß  der  Güteraustausch ­
  immer  rascher  vor  sich  geht.  Das  Metallgeld  genügt  nicht  mehr,
die  immer  größer  und  häufiger  werdenden  und  auch  auf  weiteste  Entfernungen ­
  sich  erstreckenden  Zahlungen  zu  bewirken.  Das  Metallgeld  bleibt
in  den  Kellern  der  Banken;  der  Besitzwechsel  erfolgt  nur  durch  Buchumschriften. ­
  Voraussetzung  hierfür  ist:  Vertrauen.
Die  Kreditinstitute  brauchen  für  die  ihnen  überlassenen  Betriebsmittel
der  Einzelwirtschaften  nur  einen  geringen  Teil  Bargeld  bereitzuhaltcn.
Erfahrungsgemäß  wickeln  sich  etwa  neun  Zehntel  aller  Zahlungen  bargeldl
  o  s,  d.  h.  durch  einfache  Kontenüberträge,  ab.  Die  Banken  können  daher
auf  Grund  der  bei  ihnen  erfolgten  Einlagen  Kredite  gewähren,  die  sich  auf
ein  Mehrfaches  der  zu  haltenden  Barreserven  belaufen.  Hierdurch  werden
neben  der  Zentralnotenbank  auch  die  privaten  Kreditinstitute  in  die  Lage
versetzt,  von  sich  aus  Buch-  oder  Giralgeld  zu  schaffen  oder,  wie  man  sagt,
zu  „schöpfen".  Zahlt  der  Kreditnehmer  seinerseits  auch  wieder  bargeldlos, ­
  z.  B.  durch  Überweisung  auf  ein  anderes  Konto,  und  beläßt  der  Inhaber
dieses  Kontos  die  dadurch  entstandenen  Guthaben  bei  der  Bank,  so  kann
dieser  Prozeß  sich  mehrfach  fortsetzen,  d.  h.  die  Bank  wird  neue  Kredite
geben  und  dadurch  bei  sich  selbst  wieder  Guthaben  schaffen,  ohne  daß  hierzu
Bargeld  notwendig  ist.  Dieser  Überweisungsverkehr  erfolgt  meist  innerhalb ­
  eines  größeren  Kreises  von  Kreditinstituten.  Für  jedes  Kreditinstitut
ergeben  sich  nicht  nur  Zahlungsverpflichtungen,  sondern  auch  neue  Einlagen
            
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