Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

365

7.  Das  llotenbankwesen  in  den  vereinigten  Staaten  von  Amerikas.

Während  man  in  Deutschland,  England,  Frankreich  usw.  bestrebt  war,
das  Notenbankwesen  immer  mehr  zu  zentralisieren  und  neue  Noten-Institute
  nicht  mehr  zu  konzessionieren,  besteht  in  den  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  die  entgegengesetzte  Tendenz:  Die  Zahl  der  zur
Notenausgabe  berechtigten  und  dieses  Privileg  auch  ausübenden  Banken
ist  von  Jahr  zu  Jahr  gestiegen.  Im  Gegensatz  zu  England,  Deutschland
und  anderen  Ländern  war  die  öffentliche  Meinung  in  den  Vereinigten
Staaten  immer  gegen  ein  zentralisiertes  Banksystem  gerichtet.  Die
Bedeutung  des  amerikanischen  Bankwesens  illustrieren  am  besten  folgende
Ziffern:  Ende  1926  wiesen  29  000  amerikanische  Banken  46,86  Milliarden ­
  $  Depositen  und  24,7  Milliarden  $  Spareinlagen  aus.  Das
Durchschnittsguthaben  auf  einem  Sparkonto  betrug  530  $.

Nach  der  verhältnismäßig  kurzen  Dauer  der  beiden  Staatsbanken  —  der  1.
und  der  2.  Bank  der  Vereinigten  Staaten  —  war  1838  die  Periode  der  sogenannten ­
  Bankfreiheit  eingetreten:  Jeder  Bankier  und  jede  beliebige
Anzahl  Personen,  die  sich  zum  Betriebe  von  Bankgeschäften  vereinten,  hatten
das  Recht,  ohne  Konzession  oder  Erfüllung  irgendwelcher  Formalitäten  Noten
auszugeben.  Das  New  Dorker  Freibankgesetz,  das  in  einer  Anzahl
Staaten  Eingang  gefunden  hatte,  forderte  nur,  daß  die  Noten  durch  Anleihen
der  Union  oder  eines  Einzelstaates  oder  durch  Obligationen,  für  welche  durch
eine  Hypothek  auf  Grund  und  Boden  Sicherung  besteht,  gedeckt  sind  und  diese
Werte  beim  „Finanzkontrolleur  des  Staates  New  Jork"  hinterlegt  werden.
Aus  diesem  New  Dorker  Gesetz  ging  dann  das  N  a  t  i  o  n  a  l  b  a  n  k  g  e  s  e  tz
vom  25.  Februar  1863  hervor,  das  sechsmal  abgeändert  worden  ist.  Kein  Land

Z  Literatur:  B.  H.  Beckhardt,  Th«  Discount  Policy  of  the  Federal
Reserve  System.  New  Jork  1924.  L.  Bendix,  Die  amerikanische  Bankreform ­
  in  Conrads  Jahrb.  1914.  S.  599  ff.  A.  H  a  s  e  n  k  a  m  p  ,  Die  Banken
in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika.  Im  Handwörterbuch  der  Staatswissenschaften. ­
  4.  Ausl.  Jena  1924.  R.  Hauser,  Die  amerikanische  Bankreform. ­
  Jena  1914.  I.  I.  K  n  o  x,  History  oi  Banking  in  the  United  States.
New  Dork  1900.  P.  Marcuse,  Notenbankwesen  in  den  Vereinigten  Staaten
von  Amerika.  Berlin  1906.  Georg  Obst,  Notenbankwesen  in  den  Vereinigten ­
  Stüateu  von  Amerika.  Leipzig  1903.  Max  Prager,  Die  Währuugs-
  und  Bankreform  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika.  Berlin
1900.  Joh.  Scheffler,  Das  Geldwesen  der  Vereinigten  Staaten  von
Amerika.  Straßburg  1908.  Federal  Reserve  Bulletin,  Washington.  The
Bankers  Magazine.  New  Jork.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.