Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenunterstützung
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angebot zu beschäftigen, so entsteht unvermeidlich Arbeitslosigkeit,
und sie wird nicht eher wieder aufhören, als bis die Löhne auf das
dem Stande de; Arbeitsmarktes entsprechende Niveau zurückgekehrt
sind. Diese wichtige Tatsache muß insbesondere von jeder Arbeitslosenversicherung
bei der Bemessung ihrer Unterstützungssätze immer
im Auge behalten werden, vergreift sich eine Arbeitslosenversicherung
in der höhe ihrer Unterstützungssätze, bewilligt sie den
Arbeitslosen höhere Sätze als der Lage der Volkswirtschaft entsprechen,
so schafft sie selbst mit die Arbeitslosen, die sie dann unterstützen
muß. Auf die Dauer ist jedes solches System natürlich unhaltbar,
es muß früher oder später zum Zusammenbruch führen?«)
26) töte schon bei den Nationalwerkstätten in Paris im Zahre 1848
der Fehler gemacht wurde, diese Notstandsarbeiten so hoch zu bezahlen,
daß dadurch die Lust zu normaler Arbeit in der Industrie untergraben
wurde, so sind offenbar bei der Bemessung der Arbeitslosenunterstützung
jetzt am Kriegsende wieder ähnliche Fehler begangen worden. Aus Ungarn
berichtet z. B. die Frankfurter Zeitung im l. Ulorgenblatt vom 2. Ulärz
1919: „Nebenbei wird noch eine Armee von hunderttausenden Arbeitslosen
erhalten, von denen der überwiegende Teil nicht arbeiten will,
weil der Staat jetzt männlichen Arbeitslosen täglich 15, jedem weiblichen
Arbeitslosen 10 Kronen Unterstützung bezahlt, welcher Arbeitsunfreudige
wird unter solchen Umständen noch Arbeit suchen." Und diese Erscheinungen
sind gewiß nicht nur auf Ungarn beschränkt. In einem Bericht
der gleichen Zeitung über die Lage des Arbeitsmarktcs in Deutschland
heißt es über die deutschen Zustände: „Im Bergbau ist die Zahl der offenen
Arbeitsstellen noch immer bedeutend,' allein im rheinisch-westfälischen
Kohlenrevier werden über 13 000 Arbeitskräfte gesucht. Alle versuche,
die Arbeitslosen von den Großstädten nach den Bedarfsstellen zu ziehen,
sind infolge der hohen Arbeitslpsenunterstützungen bisher vergeblich gewesen.
So gehen in den Großstädten Hunderttausend:: müßig auf Kosten
der Allgemeinheit, während in den für unser Wirtschaftsleben so überaus
wichtigen Kohlengruben die Förderung infolge des Mangels an Arbeitskräften
weit hinter dem Bedarf- zurückbleibt. Der Umstand ferner, daß
«in erheblicher Teil der tätigen Arbeiter weniger verdient als die Erwerbslosen
an Unterstützungen erhalten, ist eine dauernde (Quelle der Un-