fullscreen : Kapitalismus und Sozialismus

134

II,  3,  A,  Die  Leistungsfähigkeit  des  Individualismus

der  Ziegelfabrikation,  der  Bierbrauerei  und  anderen  mit  großen
stehenden  Anlagen  arbeitenden  Industrien  hervor.
Es  ist  indessen  ein  arger  Trugschluß,  in  dieser  Tatsache  ohne  weiteres ­
  den  Beweis  zu  sehen,  daß  in  der  heutigen  Wirtschaftsordnung ­
  nicht  soviel  produziert  und  infolgedessen  auch  konsumiert  wird,
wie  nach  dem  Maße  unserer  Produktivkräfte  eigentlich  produziert
und  konsumiert  werden  könnte.  Daß  die  Leistungsfähigkeit  der
Produktionsanlagen  auf  vielen  Gebieten  größer  ist  als  die  wirkliche ­
  Produktion,  ist  noch  nicht  gleichbedeutend  damit,  daß  auch  die
tatsächliche  Produktion  auf  allen  in  Betracht  kommenden  Gebieten
gleichzeitig  entsprechend  gesteigert  werden  kann.  Soll  die  tatsächliche
Produktion  auf  allen  beteiligten  Gebieten  der  Leistungsfähigkeit
der  Produktionsanlagen  entsprechend  vergrößert  werden,  so  gehört
dazu  eine  verhältnismäßige  Vermehrung  der  Arbeitskräfte  sowie  der
Rohstoffe,-  und  zur  Vermehrung  der  letzteren  werden  wieder  neue  Arbeitskräfte ­
  erforderlich  sein.  Vas  unentbehrliche  Erfordernis  jeder
Produktionsvergrößerung  ist  also  ein  Mehr  an  Arbeitskräften.  Vas
erforderliche  Mehr  an  Arbeitskräften  läßt  sich  aber  nicht  nach  Belieben ­
  aus  dem  Boden  stampfen.  Und  die  jetzt  im  Durchschnitt  brachliegenden ­
  Arbeitskräfte  reichen  nicht  entfernt  aus,  um  eine  gleichzeitige ­
  Steigerung  der  Produktion  auf  allen  Gebieten  bis  auf  das
äußerste  Maß  der  Leistungsfähigkeit  der  vorhandenen  Produktionsanlagen ­
  durchzuführen.  Zahlenangaben  über  das  durchschnittlich  in
Ländern  mit  moderner  Wirtschaftsverfassung  anzutreffende  Maß
von  Arbeitslosigkeit  wurden  ja  bereits  im  letzten  Abschnitt  angeführt. ­
  Im  Durchschnitt  ist  die  Arbeitslosenziffer  etwa  auf  3  bis  40/0
anzunehmen.  Auf  diese  Zahl  läßt  sich  aber  nicht  die  Hoffnung  auf
eine  große  Steigerungsmöglichkeit  des  Produktionsertrags  gründen,
angenommen  einmal,  es  könne  überhaupt  durch  irgendeine  Grganisation
  des  Wirtschaftslebens  dahin  gebracht  werden,  daß  alle  Arbeitsfähigen ­
  niemals  auch  nur  einen  Tag  ohne  Beschäftigung  sind.
Die  Einstellung  der  jetzt  vorhandenen  Arbeitslosen  kann  also  nichtentfernt ­
  bewirken,  daß  in  allen  Betrieben  gleichzeitig  die  Produktion
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.