Full text : Volkswirtschaftslehre

72  II.  Abschnitt:  Die  moderne  Volkswirtschaft

Schafzüchter  —  Spinner  —  Weber  —  Färber  —  Schneider); ­
  endlich  4.  „Arbeitszerlegung",  d.  h.  die  Teilung ­
  der  Arbeit  eines  Produktionsbetriebs  unter  mehrere
Arbeiter  desselben,  so  daß  jeder  gleichzeitig  eine  andere
Teilmanipulalion  vornimmt  (wie  z.  B.  in  der  Stecknadelmanufaktur). ­

II.  Die  Arbeitsgemeinschaft  ist  entweder  1.  „Arbeitshäufung", ­
  d.  h.  Aufbietung  mehrerer  gleichartiger  Arbeitskräfte ­
  zur  Bewältigung  einer  einheitlichen,  dem  einzelnen ­
  zu  großen  Arbeit  (Heben  einer  Last,  Mähen  einer
Wiese).  Dabei  sind  die  einzelnen  entweder  voneinander
unabhängig:  „einfache  Arbeitshäufung"  (Reihe  von
Schnittern,  Erdarbeitern),  oder  in  ihrer  Bewegung  voneinander ­
  abhängig:  „ArbeitsVerkettung",  taktmäßige
Arbeit,  die  entweder  im  Gleichtakt  (Ruderer  auf  einem
Schiff,  Zimmerleute  an  der  Zugramme)  oder  im  Wechseltakt ­
  (drei  Steinsetzer,  drei  oder  vier  Drescher)  erfolgen
kann.  Oder  2.  „Arbeitsverbindun  g",  d.  h.  Verbindung ­
  gewisser  verschiedenartiger,  einander  bedingender,  von
einem  nicht  allein  verrichtbarer  Arbeiten  durch  eine  Gruppe:
„Gruppenarbeit"  (Schmied  und  Blasbalgzieher,  Seiler  und
Raddreher).
III.  Die  Arbeitsvereinigung  endlich,  die  in  der  ältesten
Zeit  bei  beiden  Geschlechtern  —  neben  der  ersten  großen
Arbeitsteilung  zwischen  diesen  —  von  großer  Bedeutung
war,  finden  wir  später  mehr  bei  der  Frau,  aber  doch  auch
noch  beim  Mann:  sie  kommt  zum  Ausdruck  in  dem
„Nebenberuf"  und  „Nebengewerbe"  der  modernen
Volkswirtschaft,  so  besonders  in  der  Landwirtschaft,  aber
auch  bei  dem  Gewerbe  auf  dem  Land,  beim  Kleinhandel
und  in  der  Hausindustrie.
Eine  andere  Form  dieser  Arbeitsvereinigung,  die  in  neuester ­
  Zeit  an  Bedeutung  gewinnt,  ist  die  „Kombination": ­
  eine  Unternehmung  vereinigt  in  verschiedenen  Betrieben ­
  verschiedene  Stadien  der  Produktion  vom  Rohstoff
bis  zum  Fertigfabrikat  (z.  B.  ein  Hüttenwerk  hat  seine  eige ­
            
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