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Völkerschaften bewohnten Berglande, angelegten Strecken, deren Aus
läufer bis an die persische Grenze reichen, Kronsbahnen. Hier war
ja mit in erster Linie zu erwarten, daß die Eisenbahnen offensiven
Zwecken dienstbar gemacht würden. So ist es natürlich begreiflich,
daß auch die Bahnen in Zentralasien, deren Benutzung sogar teilweise
der Öffentlichkeit entzogen ist, in staatlichem Besitz sind. Die Ver
staatlichungsbewegung, die nach den vor dem Kriege herrschenden
Ansichten noch weiter ausgedehnt werden sollte — auch die alte Lodser
Fabrikeisenbahn sollte 1915 verstaatlicht werden 1 ) —, hat sich also
auf die-.sogenannten strategischen Gebiete sowohl Europas wie Asiens
konzentriert. Demgegenüber darf die Tatsache, daß die alte Bologoje-
Rybinsker Bahn durch die Erweiterung der Gesellschaft ihr Netz bis
an die Ostsee ausdehnte, nicht als außergewöhnliche Abweichung be
wertet werden, handelt es sich doch um den allen Schiffen, nach den
Bestimmungen vom Frühjahr 1914 auch fremden Kriegsschiffen ohne
Förmlichkeit zugänglichen Hafen Windau, dem man vor dem Kriege
in russischen Militär kreisen eine größere strategische Bedeutung absprach.
Gerade der Ausbau der Bologoje-Rybinsker Bahn beweist, daß der
Staat überhaupt die Privatinitiative nicht entbehren kann, und zwar
um so weniger, als er mit kostspieligen Plänen im Amurland, in Zentral
asien, im Kaukasus und in Persien vollauf beschäftigt ist, zu denen nach
der ursprünglichen Absicht etwas später der Ausbau des polnischen
Bahnnetzes kommen sollte. Auch die Neugründung zahlreicher kleinerer
Gesellschaften konnte so zustande kommen, teilweise auch im Westen.
Ferner wurde 1908 eine größere Gesellschaft, die (belgische) Nord-Donez-
eisenbahn begründet zur Erschließung des von belgischen Kapitalien
stark beanspruchten Donezindustriegebietes und seiner Verbindung mit
Großrußland: ein ausgezeichnetes Unternehmen, das sich schnell aus
dehnt und das trotz des kurzen Bestehens schon zum zweigeleisigen
Ausbau der Hauptlinie geschritten ist. Ist doch die Nord-Donezbahn
eine der ganz wenigen russischen Bahngesellschaften, die in den Kriegs
monaten nicht unter dem fast gänzlichen Ausfall der gewöhnlichen
Frachten zu leiden hatte. Die Bahn arbeitete sogar mit steigenden
Erträgnissen, da sie die meisten Kohlentransporte nach Petersburg und
dem baltischen Gebiet, die früher mit englischer und deutscher Kohle
versorgt wurden, leitet. In den letzten Jahren wurde privaten Gesell
*) Die von der Lodser Fabrikbahn nachgesuchte Hinausschiebung der Ver
staatlichung um 10 bis 15 Jahre wurde im Juli 1914 abgelehnt. Man war einer
weiteren Verstaatlichung auch größerer Gesellschaften anscheinend nicht ab
geneigt. Die Absicht, die Moskaus-Kiew-— Woroneshbahn auf Rechnung des
Staates zu übernehmen, wurde im Sommer 1913 vereitelt. Im Sommer 1914 hieß
es, daß man der Verstaatlichung der größten russischen Privateisenbahn, Rjäsan—
Uralsk, näher treten wolle, da sie bei dem weiteren Ausbau des Bahnnetzes versagt
habe.