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Wesen und Bedeutung der Wirtsohaftshetriebe.
doppelte Buchhaltung zum Wesensmerkmal der Unternehmung gehöre (Sombart).
Zur Durchführung der Gewinnermittlung bedient sich die Buchhaltung des
Inventars und der Bilanz, über die ebenfalls später das Nähere zu sagen sein wird.
Hier handelt es sich nur um die Feststellung, daß Buchhaltung und Bilanz den
ersten Teil der Kapitalrechnung ausmachen, die die Unternehmung benutzt, um
das Vermögen der Unternehmung — Kapital — rechnerisch von dem sonstigen
Vermögen des Wirtschaftseigners zu trennen. Wohl können Übergänge aus dem
einen Vermögen in das andere und umgekehrt erfolgen; sie werden jedoch in der
Buchhaltung der Unternehmung genau erfaßt. Und selbstverständlich ist, daß
der Wirtschaftseigner auch für sein sonstiges Vermögen eine Buchhaltung nach
kaufmännischer Art einrichten kann und wird, besonders dann, wenn er mit der
Einrichtung einer solchen aus seiner Wirtschaft vertraut ist.
Den zweiten Teil bildet die Umsatzrechnung. Sie besteht aus der sog. Kostenund
der Rentabilitätsrechnung. In der Kostenrechnung wird der Nachweis versucht,
was die Herstellung eines Gutes an Aufwendungen verursacht — gekostet —
hat. Aus einem Vergleich der aufgewendeten Kosten mit dem erzielten Preis ersieht
die Unternehmung, ob ein Stückgewinn (oder -Verlust) entstanden ist. Wenn
die Summen der Stückgewinne (-Verluste), die während eines bestimmten Zeitraumes
(Umsatz) entstanden sind, in Beziehung gebracht werden zu dem Unternehmungskapital,
dann liegt die Rentabilitätsrechnung vor, die für die Unternehmung
von entscheidender Bedeutung ist. (Daß sich die Unternehmung außerdem
des Rechnungsmittels der Statistik bedient, um durch besondere Verarbeitung
und Gruppierung der sich aus der Buchhaltung und Kostenrechnung ergebenden
Ziffern zweckentsprechende Unterlagen für die Gestaltung der Unternehmungstätigkeit
zu gewinnen, soll hier nur nebenbei erwähnt werden.)
Den dritten Teil der Kapitalrechnung stellt endlich der Voranschlag dar. Er
bezieht sich sowohl auf die mutmaßlichen Kosten des einzelnen Stückes, das hergestellt
und abgesetzt werden soll (Vorkalkulation oder Selbstkostenrechnung),
als auch auf die Abschätzung des zu erwartenden Umsatzes und des sich unter
Zugrundelegung der zu erwartenden Preise ergebenden Umsatzgewinnes. Indem
der voraussichtlich zu erwartende Gewinn in Beziehung zu dem in der Unternehmung
eingebrachten oder einzubringenden Kapital gesetzt wird, entsteht der
Rentabilitätsvoranschlag, der nicht nur der Errichtung einer jeden Unternehmung
zugrunde gelegt wird, sondern auch der Unternehmung in jedem Augenblick ihres
Daseins zugrunde liegt — oder liegen sollte. Die Verbundenheit der Voranschlagsrechnung
mit der Buchhaltung (Bilanz) und der Kostenrechnung liegt darin, daß
erstere auf den Ergebnissen der letzteren auf baut, die Ziffern der Vergangenheit
in die Zukunft umzuformen sucht, um später die wirklichen (Ist-) Ziffern mit
denen des Voranschlages (Soll) zu vergleichen usf.
So formt sich das Bild der (Wirtschafts-) Unternehmung: mit Hilfe der Wirtschaft
eine Kapitalrente zu erzielen, der das Kapitalrisiko gegenüber steht, und
Messung des Voranschlages und des Ergebnisses auf Grund einer eigentümlichen
Kapitalrechnung, der kapitalistischen Grundrechnung, wie sie im zweiten Buche
eingehend dargestellt wird. Es ist deshalb zutreffender, nicht von Unternehmung
schlechthin zu sprechen, sondern die nähere, jetzt verständliche Kennzeichnung
vorzunehmen: die kapitalistische Unternehmung (wie es in der Überschrift zu
diesem Abschnitt geschehen ist).
Weil die kapitalistische Rechnung nicht immer richtig erkannt, hier und da
sogar verkannt wird, so sei noch einmal ihr Wesen und ihre Bedeutung in folgender
Weise dargetan. Für die Herstellung der werthabenden Güter sind Aufwendungen
mannigfacher Art erforderlich: Arbeitskräfte, Stoffe, Werkzeuge, Maschinen,