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Wesen und Bedeutung der Wirtschaftsbetriebe.
kapitalistischer Epoche machen müsse, wohl als widerlegt angesehen werden.
Brentano, v. Below u.a.m. haben den Nachweis erbracht, daß es zu allen Zeiten
und bei allen Völkern Menschen gegeben hat, bei denen das Streben nach Gewinn
in besonderem Maße und in durchaus erkennbarer Weise ausgeprägt war. Es handelt
sich also keineswegs um einen Trieb oder um eine Einstellung der Menschen,
die erst in der neueren Geschichte aufgetreten sind. Hingegen ist es richtig, daß
das Gewinnstreben in dem Augenblick mehr die Allgemeinheit ergreift und hier
sowohl in die Breite als auch in die Tiefe geht, wo sich der Geldverkehr durchsetzt
und dieser die Erwerbswirtschaft zur vollen Geltung bringt. In der Trennung von
Bedürfnisbefriedigung und Wirtschaft und in der Einschiebung des Geldeinkommens
zwischen Bedarf und Deckung liegt der Keim zum Gewinnstreben, d. h. ein
solches Geldeinkommen zu erzielen, mit dem sich der einzelne eine reichliche Befriedigung
seiner eigenen Bedürfnisse und darüber hinaus vieles andere zu sichern
imstande ist. Die Ausbildung der Geldrechnung und des In-Geld-Denkens hat
dann zu der besonderen Form der Erwerbswirtschaft geführt, die wir als kapitalistische
Unternehmung kennengelernt haben. Bei dieser wird freilich das Gewinnstreben
zum wesentlichen Merkmal, indem es sozusagen von der Person auf
das Kapital der Unternehmung übertragen wird. Insofern hat Sombart recht,
wenn er etwas scharf betont, die Unternehmung sei eine Geldfabrik.
Es ist jedoch zu beachten, daß die Unternehmung nur eine besondere Form der
Erwerbswirtschaft ist, und daß die Erwerbswirtschaft darüber hinaus einen besonderen
Inhalt hat: nämlich die Hervorbringung von Gütern für die Bedürfnisse
der Menschen. Die Durchführung dieser Tätigkeit und das, was aus dieser
Tätigkeit entspringt, fassen wir unter der Bezeichnung: Betrieb zusammen, mit
dem wir uns im nächsten Abschnitt (III) zu beschäftigen haben. Hier sei nur
auf das Doppel hingewiesen, das in dem Begriff und in der Praxis der Wirtschaft
liegt: Form und Sache gleich Unternehmung und Betrieb. Die Unternehmung
als Form der Wirtschaft denkt und rechnet in Geld; der Betrieb führt
die Tätigkeit aus: stellt Güter her und sichert die Befriedigung von Bedürfnissen.
Aus diesem Doppel entspringen viele Mißverständnisse, so etwa wenn gesagt wird,
daß es in der Unternehmung nicht in erster Linie auf die Gewinnerzielung, sondern
auf die Hervorbringung von Gütern ankommen müsse. Dem Ausspruch
Sombarts, daß die Unternehmung eine Geldfabrik sei, ist also hinzuzufügen:
und sie schließt einen Betrieb ein, der Güter von vielleicht besonderer Güte und
Wichtigkeit herstellt. Oder: daß das, was sich im Betriebe ereignet, etwas anderes
ist und demnach anders zu beurteilen ist, als das Gewinnstreben, das der Unternehmung
anhaftet.
Im Zusammenhang mit dem Betrieb (III) bedeutet daher Rentabilität der
Unternehmung: die im Betriebe hergestellten Güter sind zu einem Preise abgesetzt
worden, der einen Gewinn für das im Betriebe arbeitende Kapital ergeben
hat. Indem die Käufer der Güter einen bestimmten Preis angelegt haben, bringen
sie zum Ausdruck, daß sie dem erstandenen Gut einen entsprechenden Wert für
die Bedürfnisbefriedigung zuerkannt haben. So ist die Rentabilität der Unternehmung
nicht nur der Ausdruck dafür, daß mit einem bestimmten Kapital ein
Gewinn erzielt worden, d. h. daß das Kapital erhalten geblieben ist und einen Überschuß
geliefert hat, sondern sie besagt zugleich, daß mit Hilfe des Betriebes eine
Befriedigung von Bedürfnissen stattgefunden hat. Es ist daher einseitig, immer
nur auf den Gewinn und die Rentabilität hinzuweisen und nicht daran zu denken,
daß hinter der Gewinnerzielung noch der andere Vorgang steht, nämlich, daß
gleichzeitig Güter ihren Weg zur Bedürfnisbefriedigung gefunden haben.
Es ist weiter zu beachten, daß dem Gewinnstreben in der Praxis Schranken gezogen sind
durch den freien Wettbewerb. Stellen sich bei einer Wirtschaft höhere Gewinne ein als sie