Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die  Ordnung  als  organisatorisches  Verfahren.

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5.  Rücksicht  auf  die  Werksangehörigen,  denen  aus  sozialen  oder  standörtlichen  Gründen
keine  anderen  Unterbringungsmöglichkeiten  für  ihre  Kinder  zur  Verfügung  stehen.
6.  Charakterliche  Grundlagen  für  Pflichttreue  und  Strebsamkeit.
7.  Bodenständigkeit  und  Werksbeziehungen  (über  Angehörige)  als  Voraussetzung  für  eine
gewisse  Dauerbeschäftigung.
8.  Gute  religiöse  und  politische  Gesinnung  als  Faktoren  der  Zuverlässigkeit.
9.  ünfallneigung.
10.  Mindestzustand  in  körperlicher  Hinsicht  (durchschnittliche  Körperkonstitution).
Für  die  Auswahl  gehobener  und  leitender  Angestellter  sind  noch  andere  Gründe
als  die  vorstehenden  maßgebend.  Außer  auf  Tüchtigkeit  und  fachmännische  Ausbildung ­
  wird  „auf  Eindruck  nach  außen“ 1  und  wertvolle  Beziehungen  großen
Wert  gelegt.  Für  die  Leitung  kommen  nicht  immer  die  Leute  in  Frage,  die  nach
der  Bewährung  im  Konkurrenzkampf,  nach  der  Leistung  oder  den  Gehaltsforderungen ­
  am  günstigsten  sind,  sondern  „oft  prosperiert  der  gewandte  Sekretär,  der
populäre  —  im  entscheidenden  Kreise  populäre  —  Mann,  der  geschickte  Taktiker,
der  gute  Redner  und  gelegentlich  kann  Stärke  und  Persönlichkeit  gegen  einen
Kandidaten  für  eine  leitende  Stellung  sprechen“ 2 .  Führereigenschaften  sind  es,
die  zum  Leiter  gehören:  Tatkraft  und  Energie,  mitreißende  Persönlichkeit,  Taktik, ­
  Geschicklichkeit,  Zähigkeit,  Kampflust 3 .
Für  die  sachlichen  Betriebsmittel  und  die  Arbeitsverfahren  sind  allgemeine
Angaben  über  Bestimmungsgründe  der  technischen  Eignung  nicht  möglich.  Die
Betriebsmittel  müssen  bestimmte  Anforderung  der  Form,  der  Abmessungen,  der
Festigkeit,  Oberfläche,  Farbe,  der  Genauigkeit  usw.  erfüllen,  die  in  jedem  Einzelfall ­
  verschieden  und  mehrdeutig  sein  können.  Hinsichtlich  der  Arbeitsverfahren
gelten  ähnliche  Kennzeichen  der  Ergiebigkeit,  Betriebssicherheit,  Schnelligkeit,
Übersichtlichkeit  usw.;  doch  sind  sie  ohne  Berücksichtigung  ihrer  Wirtschaftlichkeit ­
  für  den  Betrieb  nicht  brauchbar.
Zu  ihrer  Ermittlung  werden  Messungen  und  Untersuchungen,  Prüfungen  und
Überwachungen  vorgenommen  von  Einrichtungen  und  Verfahren,  die  einander
gegenübergestellt  und  hinsichtlich  des  Aufwands  bei  gleichen  oder  annähernd
gleichen  Leistungen  verglichen  werden 4 .  Sie  sind  im  Grunde  einfache  Kostenvergleiche ­
  und  als  solche  natürlich  nicht  immer  leicht  und  einwandfrei  durchführbar ­
  (vgl.  D).
Neben  diesen  hauptsächlichen  Bestimmungsgründen  organisatorischer  Auswahl
sind  noch  andere  vorhanden,  die  hier  nur  aufgezählt  werden  sollen  und  zumeist
dem  kaufmännischen  Abschnitt  entstammen.  So  ist  zu  nennen  die  Finanzkraft
und  der  Ruf  der  Firma,  aus  denen  sich  ihre  Zahlungsfähigkeit  und  ihr  Geltungsbedürfnis ­
  ableiten,  die  beide  oft  bei  der  Anwendung  bestimmter  Verfahren  oder  der
Anstellung  bestimmter  Personen  eine  große  Rolle  spielen.  Ferner  sind  oft  außerwirtschaftliche, ­
  politische,  soziale,  künstlerische  und  andere  Gründe  wirksam.
III.  Die  Ordnung  als  organisatorisches  Verfahren.
1.  Wesen  und  Bedeutung.  Eine  kaum  übersehbare  Fülle  von  verschiedenen
Menschen,  Stoffen,  Verfahren,  Beziehungen,  Handlungen  bildet  den  Ablauf  des
Betriebes  und  stellt  den  Organisator  vor  die  Aufgabe,  diese  Vielheit  und  Verschiedenartigkeit ­
  einer  zweckvollen  Ordnung  zu  unterwerfen.  Die  nähere  Anschauung ­
  vom  Wesen  der  Ordnung  ergibt  als  Hauptmerkmal  —  wie  bei  der  Auswahl  —
eine  Trennung  von  verschiedenartigen  Bedingungen.  War  bei  der  Auswahl  das
entscheidende  Kennzeichen  die  Scheidung  nach  förderlichen  und  hinderlichen

1  Baumgardt:  S.  26.  2  Schumpeter;  Der  Unternehmer  ...,  S.  310.
3  Häussermann:  S.  10.
4  Als  besonderes  Beispiel:  Wegener:  Wirtschaftlichkeit  von  Buchungsmaschinen.
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