158 Die Organisation.
angibt, allgemeinere Gültigkeit hat; er sagt selbst; „man muß sieb hüten, ein derartiges Bei
spiel schematisch zu übertragen.“)
Immer hängt die Ahteilungsbildnng von den gewachsenen Verhältnissen ab;
eine größere Anzahl von Einflüssen wirken auf die organisatorische Gestaltung ein
und ergeben die Bevorzugung ganz verschiedener Merkmale, wie eine kurze
Anführung zeigt:
Nach persönlichen Merkmalen (etwa besondere umfassende Sachkenntnis, meist
Überragende Initiative usw.) werden einzelne, durchaus nicht logisch zusammen
gehörige Aufgaben einer Abteilung zugeteilt (etwa der Bürochef, dem mehrere
sachlich verschiedene, aber räumlich beieinander liegende Gebiete übertragen
sind, was besonders oft im technischen Bereich beim Betriebsleiter zu finden
ist). Bei einer Berliner Großbank ist die Erledigung aller Reisescheck- und Kredit
briefangelegenheiten der Auslands-Korrespondenz unterstellt, weil der Korre
spondenzchef sich dieser Aufgaben, die bei Einführung viel Schreiberei venn
sachten, besonders liebevoll und energisch annahm. Auch der Stockwerksleiter
eines Warenhauses, dem mehrere verschiedene Warengruppen eines Stockwerks
ohne sachlichen Zusammenhang unterstehen, ist ein derartiges Beispiel, da dies
nur durch überragende Sachkenntnis möglich ist. Als Abart und Übergang wäre
noch die Verbindung von Person und Maschine als Aufgabenträger und ihre
abteilungsbildende Wirkung zu erwähnen, etwa der Maschinenrechner im Bank
betrieb, der sich zur Rechnerei entwickelt und alle Rechenarbeiten durch seine
spezialistisch hochgeschraubte Leistung an sich zieht.
Dagegen müssen die Drehereien, Hobeleien, Packereien, Schreibmaschinensäle,
Werbe-, Einkaufs- oder Buchhaltungsabteilungen als in Auswirkung der beson
deren Verrichtungen entstanden angesehen werden, wie überhaupt dieses Merkmal
der Verrichtung in stärkster Weise abteilungsbildend von der niedersten bis zur
höchsten Stufe wirkt. (So gut wie alle Betriebsgliederungen zeigen diese unbe
dingte Vorherrschaft der Verrichtung als Abteilungsmerkmal!)
Endlich ist noch das Objektprinzip zu nennen, das besonders da vorherrscht,
wo die Ware überragend im Vordergrund steht, was vor allem im Handel (i. w. S.)
der Pall ist. Auch sind natürlich viele Gesichtspunkte, je nach der Betonung,
denkbar: Liegt der Schwerpunkt des Geschäfts in der Gestaltung des Einkaufs,
oder ist etwa ein besonders befähigter oder allgemein sachkundiger Einkäufer vor
handen, so wird der Antrieb zur Abteilungsbildung von dieser Seite kommen und
dabei natürlich durch eine gewisse Gleichartigkeit des Sachgebiets, evtl, aber auch
durch ein territoriales Beieinanderliegen verschiedener Lieferanten bestimmt sein.
Ist dagegen der Verkauf maßgebend, so werden verschiedene Artikel, die dem
Kaufvorgang nach zusammengehören, räumlich und zu Abteilungen zusammen
gefaßt. Die Abteilungsbildung eines bekannten Berliner Kaufhauses ist hierzu sehr
lehrreich:
Den Prokuristen und Disponenten sind folgende Abteilungen unterstellt:
a) Wolle
Baumwolle
Wasohstoffe
b) Seide und Samte.
c) Damen- und Mädcbenkonfektion .
Pelze
Putz
Spitzen und Besätze
Konfektionierte Weißwaren . . .
d) Herren- und Knabenkonfektion
Herrenhüte und Mützen
Schürzen
! Sachgebiet.
Sachgebiet und Person.
! Sachgebiet und Person.