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Die Organisation.
treffen des Arbeitsstückes die Weiterarbeit veranlaßt — verlangt wie die Zeichen
auslösung eine vorherige scharfe Inhaltsumreißung der Anordnung.
Als eine Gefahr soll hier noch die Versachlichung der Befehlsübermittlung durch den
Vordruck{etwa: vom Arbeitshüro zur Arbeitsmaschine) oder den selbsttätigen Anstoß erwähnt
werden: hier ist eine persönliche Vorstellung von dem Befehlsgeber, also der Instanz, für den
Befehlsemptänger kaum noch möglich; der Beamte im Arbeitsbüro, welcher die Maschinen
karte ausfertigt, erscheint dem die fragliche Maschine bedienenden Mann lediglich als gleich
gestellter „Funktionär“ der Betriebsleitung, der den Anstoß zur Erledigung einer Arbeit gibt.
Bin persönliches Herrschafts- und Gehorsamsverhältnis ist nicht vorhanden, da keinerlei
persönliche Beziehungen vorhanden zu sein brauchen. Der eigentliche Grund zur Fügsamkeit
liegt hier nur in der Unterordnung unter die Instanz des Meisters oder Abteilungsleiters, der
offenbar ein für allemal die Erteilung der in seinem Auftrag, zum mindesten mit seiner Ein
willigung gegebenen Anweisungen des Betriebsbüros deckt. Sind so zwar weitgehend alle
sachlichen Reibungs- und ünsioherheitseinflüsse ausgeschaltet, so besteht eine große Gefahr
durch die Erschwerung eines Ausgleichs bei aufkommenden Zweifeln oder ernsten Gegensätzen.
Bei fehlender oder nicht genügend bevollmächtigter Linieninstanz (Meister) ist keine Berufungs
oder Beschwerdestelle vorhanden, das Betriebshüro ist instanziell nicht berechtigt, sondern
lediglich als Stab mit bestimmten Kompetenzen ausgerüstet: die Unruhe und der Zweifel
stoßen in den luftleeren Raum und bleiben unerledigt. Hier wird die ungeheure Bedeutung
stark bevollmächtigter und bequem zu erreichender Berufungsinstanzen klar, eine Bedeutung,
die vor allem in dem kompetenziell stark verästelten Stab-Linien-Aufbau der Rangstufung
unserer heutigen Großbetriebe stark zugenommen hat.
4. Die historische Entwicklung. Die heute bestehenden Organisationsformen
des Wirtschaftsbetriebes sind nur zu begreifen unter Berücksichtigung ihres Ent
stehens und Werdens. Die Organisation als eine Frage des Wirtschaftsbetriebes
taucht zwar erst auf mit der Entwicklung des Großbetriebes, vor allem des In
dustrie-, Warenhandels-, Bank- und Versicherungsgroßbetriebes. Für die Beur
teilung spielt aber die Art des Entstehens eine entscheidende Rolle. Die ge
werblichen und kaufmännischen Großbetriebe, die sich aus kleinen Anfängen
stetig entwickelten, haben zumeist im Anfang keine besonderen Schwierigkeiten
gespürt; die Aufgabenteilung utid Funktionsübertragung wie auch die Frage der
Menschenbehandlung und des Betriebsgeistes werden vom Leiter erfahrungs- und
gewohnheitsgemäß gehandhabt und gelöst. Zumeist ist eine Person, der Unter
nehmer, allein maßgebend und drückt der ganzen Organisation den Stempel
auf. Er sucht die Mitarbeiter aus, bestimmt ihre Arbeitsgebiete, überlegt Art
und Geschwindigkeit der Arbeit und wählt die notwendigen Stoffe und Kräfte
aus. Seine Kenntnisse und seine Erfahrungen sind ihm alleinige Hilfsmittel.
„Ergibt sich die Zuordnung der Menschen zu den produktionstechnischen
Elementen im kleinen Betrieb sozusagen von selbst, so wird in irgendeinem
Augenblick, da der Betrieb eine gewisse äußere Größe und innere Ausstattung er
reicht, infolge der sachlichen Verfassung des Betriebes und der Zahl der in ihm
Beschäftigten eine mehr oder minder bewußte Organisation notwendig 1 .“ Aus
dem „jungen Bürschchen, das die notwendigsten Schreibereien“ in einem Bretter
verschlag besorgt, wird der erste Buchhalter und aus dem besten Arbeiter der
Werkführer oder Untermeister 2 “. Die räumliche Ausdehnung erzwingt eine räum
liche Teilung des Betriebes, der — oft nur aus einem kleinen Schuppen bestehend
— früher alle Maschinen in einem dunklen Raum beherbergte. Jetzt entstehen die
„Maschinenställe“ — Dreherei, Fräserei, Hoblerei, Bohrerei, Gießerei — und die
übrigen Haupt- und Hilfsbetriebe in eigenen Räumen und Gebäuden. Auch der
kaufmännische Betrieb dehnt sich aus: die kaufmännische Hilfskraft wird zur
„kaufmännischen Verwaltung“. Die Steigerung der Auftragsmenge, die eigentlich
von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr mit geringfügigen Unterbrechungen anhält,
läßt zu Überlegungen über die zweckmäßigste Anordnung der einzelnen Werk
stätten und Büros keine Zeit. So kommt es zunächst zu der Häufung von gleich
1 Geck: S.35. 2 Roesky: Die Verwaltung und Leitung von Fabriken, S.29. Leipzig 1878.