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III. Das Führerproblem.
dazu sind berufen, die sich als Aristoi erwiesen haben;
so Preußen in Deutschland und dieses wiederum in
Europa. Das Recht zur Führerschaft erwirbt sich dabei
durch Tüchtigkeit in jeder Beziehung und organisatorische
Fähigkeit, sowohl im Leben innerhalb der Staatsgemeinschaft
als bei zwischenstaatlichen Beziehungen.
Allein es erhebt sich noch eine schwierige Frage:
wenn auch die Erziehung geeignete Führer herangezogen
hat, wie gelangen diese nun tatsächlich im „Kampf
ums Dasein" hinauf und erhalten sich in den geeigneten
Führerstellungen? Genügen dazu die Eigenschaften,
die von berufener Seite als spezielle Führereigenschaften
gerühmt werden — oder sind andere,
vielleicht unerfreuliche, erforderlich, uni auch, wenn die
Eignung angeboren oder anerzogen ist, einen Führerposten
einzunehmen und sich darin zu behaupten?
Das ist eine Frage, die einen Prüfstein für unsere
Kulturzustände bedeutet; sollte es nicht in erforderlicher
Weise möglich sein, bei vorhandener „Qualifikation"
an die Führerstelle zu kommen, so nützt alle
Erziehung dafür nichts und das Prinzip der Aristagie
bleibt ein unerfülltes Ideal.
Der strenge Kulturkritiker und christliche Anarchist
Lev Tolstvj^ bejaht das kurzweg. Er behauptet,
daß allezeit die Schlechteren über die Besseren herrschen;
denn „schlecht sind die, die sich erhöhen, herrschen,
kämpfen, den Menschen Gewalt antun". „Um
die Macht zu erwerben und sie festzuhalten, muß man
die Macht gerne haben. Machtstreben aber vereinigt
sich nicht mit Güte, sondern mit den der Güte entgegengesetzten
Eigenschaften: mit Stolz, List, Grausamkeit."
„Die Bösen haben stets die Macht über die Guten und