Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die Rechnung. 
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konto zu machen, indem man die Pertigfahrikate zum Selbstkostenwert auf ein Verkaufs 
konto überträgt. Auch hier tritt die Schwierigkeit der rechtzeitigen Feststellung der Selbst 
kosten auf. 
Außer der Verrechnung zu den Beschaffungs- (Einstands-) Preisen oder zu den Selbst 
kosten kommen noch der Tageswert oder der Wiederbesehaffungspreis in Betracht. Wird 
zum Tagespreis verrechnet, so können auf den einzelnen Konten Unterschiede entstehen, die — 
da sie im eigentlichen Sinne keine Gewinne und Verluste sind — die Verrechnung unliebsam 
stören. Bei den Wiederbesohaffungspreisen, die den mengenmäßigen Ersatz sicherstellen 
sollen, kommt außerdem die Unbestimmtheit und Schwierigkeit ihrer Feststellung hinzu. 
Um aus diesen Schwierigkeiten herauszukommen, ist man dazu übergegangen, einen 
künstlichen Verrechnungsmaßstab in dem sog. Normal-Verrechnungspreis zu schaffen. Der 
Normalpreis wird von der Leitung für eine bestimmte Zeit festgesetzt und bei jeder Übertra 
gung verwendet. Man wird ihn in etwa der Höhe der berechneten oder geschätzten Höhe der 
Selbstkosten halten und ihn ändern, wenn die Abweichung zu groß werden sollte. Die etwa 
entstehenden Preisunterschiede werden auf einem besonderen Konto gesammelt und aufgerech 
net oder auf das Verkaufserlöskonto übertragen. Durch die Verrechnung zum Normalpreis 
wird die Abwicklung und damit die Leistungsfähigkeit der Betriebsbuchhaltung ungemein er 
leichtert. Die einzelnen Betriebsstellen werden verrechnungsmäßig verselbständigt, wodurch 
ein genauer Einblick in die Betriebsgebarung jedes Teiles des Betriebsganzen ermöglicht 
wird (Beste). 
3. Die Kostenrechnung. Wir wollen hier nicht noch einmal die Frage auf 
werfen, ob die Kostenrechnung mehr der Preispolitik oder der Wirtschaftliohkeits- 
gestaltung zu dienen hat. Im zweiten Buch haben wir uns eingehend mit der 
Preispolitik beschäftigt und hierbei die Grundlagen und die Technik der Kosten 
rechnung kennen gelernt. Wir haben dort gesehen, daß die Kostenrechnung im 
Grunde genommen eine Angelegenheit des Betriebes ist, die zugleich für die Zwecke 
der Preispolitik verwendet wird. Selbst dort, wo sich der Preis in engster Weise 
an die Kostenrechnung anlehnt (wie bei Erstellung von Einzelerzeugnissen), be 
hält die Kostenrechnung ihre Aufgabe als Kontrolle der Wirtschaftlichkeit bei. 
Doch auch dort, wo — wie bei Massenwaren — der Marktpreis über den Absatz 
entscheidet und die Kostenrechnung besondere Bedeutung für die Wirtschaftlich 
keit gewinnt, wird der Zusammenhang mit der Preispolitik nicht zerrissen. Im 
letzten Fall zeigt die Kostenrechnung zum mindesten das Verhältnis der Kosten 
zu den Preisen, also die Möglichkeit des Gewinnes oder des Verlustes an. Immer 
ist jedoch die Kostenrechnung als Mittel der Wirtschaftlichkeitserfassung unent 
behrlich — und man kann es nicht verstehen, daß es heute noch Wirtschafts 
betriebe geben soll, die von dieser Gelegenheit keinen Gebrauch machen. 
Wenn im nachfolgenden die Kostenrechnung als Mittel der Wirtschaftlichkeits 
messung kurz betrachtet wird, dann ist davon auszugehen, daß die Kostenrech 
nung die Aufgabe hat; die Kosten, die für die Erstellung der Betriebsleistung ent 
stehen, in geeigneter Weise zu ermitteln, zu sammeln und auf die einzelnen Er 
zeugnisse zu verteilen. Dies geschieht in der sog. Nach-Kostenrechnung, die sich 
auf den wirklich entstandenen Kosten auf baut. Allein schon die einfache Höhe der 
Kosten wie ihre verhältnismäßige Zusammensetzung nach Kostenarten und -grup 
pen kann Fingerzeige für die Vermutung geben, daß hier oder dort an Aufwendun 
gen gespart oder daß aus diesen oder jenen Aufwendungen ein Mehr an Leistungen 
herausgebracht werden kann. Noch mehr kann ein Vergleich der Kosten mit 
früheren Feststellungen, sei es für das gleiche oder ein ähnliches Erzeugnis, auf 
Unregelmäßigkeiten in der Kostengestellung aufmerksam machen oder gar eine 
ünwirtschaftlichkeit aufdecken (Verlustquellen). So bildet die Kostenrechnung 
in der Tat ein wichtiges Mittel zur Handhabung der Wirtschaftlichkeit im Betriebe 
und zu ihrer Messung (Geldmacher: Kontrolle der betrieblichen Lebens 
führung). 
Natürlich liegen die Möglichkeiten und Handhaben im einzelnen recht ver 
schieden. So dient die Kostenrechnung im Handelsbetrieb nach wie vor in erster 
Linie als Grundlage der Preispolitik. Das kommt auch in der Art und Weise zum
	        
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