Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Menschen  im  Betrieb.

sehen  Grundrechnung  denkt.  Er  hat  sodann  zu  überlegen,  für  welche  Güter  diese
oder  jene  Einrichtungen  erforderlich  sind,  welches  (eigene  oder  fremde)  Kapital
aufzuwenden  ist,  wenn  er  bei  bestimmten  Preisen  und  Kosten  diesen  oder  jenen
Umsatz  mit  einem  bestimmten  Gewinn  erzielen  will,  und  nicht  zuletzt:  welches
Risiko  er  bei  all  diesem  errechnen  soll  und  muß.  Diese  gedanklichen  Überlegungen
hat  er  (zugleich  als  Betriebsführer)  in  die  Tat  umzusetzen  und  sie  im  Betrieb  zu
berücksichtigen,  d.h.  die  erforderlichen  Einrichtungen  zu  schaffen,  die  Güter  herzustellen, ­
  den  Absatz  derselben  zu  besorgen  und  in  allem  bewußt  zu  sein,  daß  er
diesen  Betrieb  nicht  allein  bewältigen  kann,  sondern  hier  mit  anderen  Menschen
eine  Gemeinschaft  bildet,  mit  deren  Hilfe  es  ihm  allein  möglich  ist,  seine  Überlegungen ­
  und  Absichten  als  Unternehmer  zu  verwirklichen.
Gegenüber  der  allgemeinen  Aussage:  daß  der  Unternehmer  die  drei  Produktionsfaktoren:
Natur,  Kapital  und  Arbeit  vereinige,  ist  die  Umschreibung,  was  ein  Unternehmer  ist  und  was
er  tut,  bei  Sohmoller  (Grundriß  der  Allgemeinen  Volkswirtschaftslehre,  1923)  von  farbenreicher ­
  Lebensnahe:
„Die  Unternehmer  stehen  heute  als  die  verantwortlichen  Lenker  der  Produktion  und  des
Handels  zwischen  den  übrigen  Klassen  der  an  der  Produktion  Mitwirkenden  und  den  Konsumenten. ­
  Sie  sind  es,  die  auf  der  einen  Seite  heute  ein-,  auf  der  anderen  morgen  verkaufen;  sie
verlangen  bestimmte  Mengen  von  Land,  Gebäuden,  Maschinen,  von  Rohstoff  und  Hilfsstoff,
von  Kapital  und  Arbeit,  sie  suchen  diese  so  billig  als  möglich  zu  erhalten;  sie  haben  zu  rechnen,
welche  Mengen  von  Produktionsmitteln  und  halbfertigen  Waren  sie  an  die  Produzenten  der
weiteren  Verarbeitungsstadien,  von  fertigen  Waren  an  die  Händler  und  Konsumenten  des
In-  und  Auslandes  künftig  absetzen  können  und  zu  welchen  Preisen.  In  den  stets  sich  fortsetzenden ­
  ungeheuren  und  wechselvollen  Prozessen  der  Gütererzeugung  und  des  Güterumsatzes
haben  die  Unternehmer  stets  die  aus  der  Vergangenheit  stammenden  Produktionsmittel,
Rohstoffe  usw.  mit  ihren  heutigen  Preisen  und  den  zukünftigen  Bedarf  mit  seinen  ungewissen
zukünftigen  Preisen  zu  überblicken  und  nun  spekulierend  zu  überlegen,  wie  sie  es  einrichten
können,  daß  ihr  verkäufliches  Produkt  ihnen  mehr  eintrage,  als  ihre  Kosten  ausmachen.  Sie
haben  in  der  Regel  weder  die  Preise  ihrer  Auslagen  noch  die  ihrer  Verkaufsprodukte  in  der
Hand;  beide  bilden  sich  auf  dem  Markte,  sie  müssen  ihre  Produktenmenge,  ihren  inneren  Betrieb, ­
  die  auszuwählenden  Mittel  und  Wege,  die  Methoden  diesen  ihnen  gegebenen  Faktoren
anpassen.
Ihr  Einkommen  hängt  1.  ab  von  dem  Maße,  in  dem  sie  die  Preise  der  Produktionsmittel
und  die  der  verkäuflichen  Produkte  richtig  erkennen  und  voraussehen;  sie  müssen  hohe  kaufmännische ­
  Fähigkeiten  haben,  Quellen,  Bedarf,  Konkurrenzverhältnisse  genau  kennen  oder
vielmehr  immer  neu  richtig  zu  schätzen  vermögen.  Und  es  ist  2.  bedingt  von  dem  Maße,  wie
sie  nach  innen  verstehen,  die  rechten  Leute  auszuwählen  und  in  rechte  Verbindung  zu  bringen,
die  bestmöglichen  Maschinen  und  Methoden  zu  verwenden,  ihr  Geschäft  an  den  passendsten
Ort  zu  legen,  jede  unnötige  Ausgabe  zu  vermeiden.  Beides  sind  schwierige  Funktionen,  der
kleinste  Fehler  auf  beiden  Gebieten  bringt  Verlust,  das  Verharren  in  hergebrachten  Gleisen
genügt  immer  weniger,  je  komplizierter  der  Weltmarkt  und  die  Technik  werden.  Das  kaufmännisch ­
  organisierende  und  das  organisatorisch  technische  Talent  muß  unausgesetzt  nach
Verbesserungen  ausspähen,  wenn  die  Konkurrenz  nicht  das  Geschäft  vernichten  soll.
Der  Händler  und  Unternehmer  muß  einerseits  eine  umfassende  Kenntnis  des  Bedarfs,  des
Geschmacks,  der  Absatzwege  und  eine  technische  Beherrschung  der  möglichen  Produktionsmethoden, ­
  andererseits  Organisationstalent,  Menschenkenntnis,  Kombinationsgabe,  eine  gewisse ­
  geschäftliche  Phantasie,  die  sich  ein  Bild  von  der  Zukunft  machen  kann,  vor  allem  aber
Mut,  Energie,  Tatkraft  und  Rücksichtslosigkeit  besitzen.  Es  sind  nicht  die  höchsten  sittlichen
Eigenschaften,  aber  Qualitäten,  welche  nur  in  bestimmter  gesellschaftlicher  Umgebung  und
Schulung  erlernt  werden.  Es  sind  zu  einem  Teil  dieselben  Eigenschaften,  die  für  einen  Truppenführer, ­
  einen  Bürgermeister,  einen  Landrat  oder  Minister  nötig  sind.  Die  Unternehmer  sind
die  Offiziere  und  der  Generalstab  der  Volkswirtschaft.“
Diese  allgemeinen  Kennzeichnungen  der  Aufgaben  des  Unternehmers  und
Betriebsführers  zwingen  zu  zwei  Ergänzungen,  wenn  man  den  wirklichen  Unternehmer, ­
  wie  er  uns  heute  in  der  Praxis  entgegentritt,  ins  Auge  faßt.  Das  erste  ist:
daß  sich  nur  in  den  kleinsten  Wirtschaftsbetrieben  alle  aufgezählten  Tätigkeiten  in
einer  Person  (des  Unternehmers)  vereinigen  lassen.  Wir  haben  gesehen  (A  II),  wie
sieh  von  der  kaufmännischen  und  industriellen  Grundarbeit  die  Nebenarbeiten
absplittern,  die  von  gegen  Entgelt  angestellten  Mitarbeitern  geleistet  werden.  In
den  neuzeitlichen  Großbetrieben  geht  diese  Absplitterung  der  ausführenden  von
            
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