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stellen, daß, abgesehen von einzelnen Werken, die nationale Bedeutung
haben, all diese Gegenstände in der jetzigen Zeit für unsere Volks
wirtschaft ohne Bedeutung sind. Wenn nun die Regierung kluger
weise den Besitzern dieser Sachen sagen würde: „Gebt mir eure
Juwelen usw., ich zahle euch dafür die Tageswerte mit der gleich
zeitigen Garantie, daß der gezahlte Betrag steuerfrei bleibt," so
könnte die Regierung diese Juwelen usw. mit Vorteil an das Aus
land liefern und damit sehr rasch eine enorme Besserung der Valuta
herbeiführen, was sicherlich im Interesse der deutschen Volkswirtschaft
liegt. Wenn die Regierung aber vorher erklärt, daß sie von diesem
Besitz 70 bis 80 Prozent wegsteuern will, so wird selbstverständlich jeder
es vorziehen, die Sachen zu behalten.
Man sieht also, daß durch die gegenwärtige Steuerpolitik, die
das Kapital, das Vermögen in seinem Stamm angreift, der Anreiz
zu Steuerhinterziehungen in mehr als gefährlichem Maße gegeben
ist. Das führt naturgemäß dazu, daß die Steuer in ihrem Ertrag
weit hinter den Veranschlagungen zurückbleibt. Es wäre deswegen
besser, große Einkommen zunächst, wenigstens zu einem Teil, unbesteuert
zu lassen. Eine solche Forderung hört sich zuerst zwar vielleicht un
geheuerlich an, und ihre Berechtigung und volkswirtschaftliche Zweck
mäßigkeit wird — leider — von der Masse des Volkes kaum einge
sehen werden. Wer aber heute einmal einen Einblick in die Verhältnisse
von Personen getan hat, die mehr oder weniger viel verdienen, der
weiß, daß die jetzigen Konfiskationssteuern eine sehr unglückliche
Wirkung haben. Besonders bei kleineren, vielleicht aber auch bei
manchen größeren Unternehmen werden vielfach Geschäfte über Konto
„Rocktasche" gemacht, also Geschäfte, bei denen dem Staat die Steuer
entgeht. Das ist aber noch nicht das schlimmste; viel schlimmer ist
vom Standpunkt der Volkswirtschaft aus, daß diese Konfiskations
steuern nicht nur keine Veranlassung sind, Kapital zu ersparen, sondern
ganz im Gegenteil, das Kapital dazu reizen, seine Ergebnisse in An
sprüche umzusetzen. Wie oft hört man z. B. heutzutage die Redensart:
„Ich gehe diesen Sommer mit meiner Familie ins Bad. Es kostet
zwar 80 M. pro Person täglich, aber in Wirklichkeit kostet es eigent
lich nur 40 M., denn wenn ich das Geld spare, so wird mir ja
doch die Hälfte weggesteuert." Mit genau derselben Begründung
werden alle möglichen Luxusartikel angeschafft, die dadurch im Preise
in die Höhe getrieben werden, und gleichzeitig wird das eigentliche