Full text: Über asiatische Wechselkurse

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Der Hauptbewegung der chinesischen Wechselkurse 
braucht im einzelnen hier nicht nachgegangen zu werden, da 
es sich dabei um den Verlauf des Silberpreises handelt, die 
Bewegung mithin nicht das ist, was man unter Wechselkurs 
eigentlich versteht. Die sonst auf den Wechselkurs ein 
wirkenden Faktoren, wie Zins, Gestaltung des Zahlungs 
verkehrs usw. stehen zu dieser größten Bewegung in keiner 
Beziehung. Wichtig ist jedoch der erwähnte Zusammenhang 
des Silberpreises mit der Weltkonjunktur und deren allge 
meiner Preis- und Zinsentwicklung. 
Aus den Diagrammen Nr. 21—24 ergibt sich ein Zu 
sammenhang zwischen der Bewegung der Paritätsabweich 
ung und der des Silberpreises, und zwar ist die eine Be 
wegung das genaue Spiegelbild der anderen. Geht die 
Silberlinie hinauf, so fällt die Linie der Paritätsabweichung 
und umgekehrt, Hält man die Diagramme der letzteren 
(Diagramm Nr. 21-—24) mit dem Kopf nach unten und mit 
der Schrift gegen das Licht, so verlaufen die durchscheinen 
den Linien parallel zum Silberpreis, Die Parallelität besteht 
bei allen Schwankungen innerhalb kleinerer Zeitabschnitte, 
etwa innerhalb der einzelnen Monate; nur ganz geringe 
Ausnahmen zeigen sich hier, so für den März 1907. Für 
Schwankungen innerhalb größerer Fristen, etwa eines Quar 
tals, ist der Zusammenhang ebenfalls gegeben, jedoch schon 
etwas abgeschwächter; so zeigt namentlich das 2. Quartal 
der Jahre 1907 und 1908 eine weitergehende Abweichung. 
Es ist klar, daß große Stellungsänderungen des Silber 
preises, die sich im Laufe einer längeren Zeitspanne voll 
ziehen, nicht von einer entsprechenden Änderung in der 
Paritätsstellung begleitet sein können, denn der Abweichung 
der Wechselkurse von der Parität sind Grenzen gezogen, 
dem Silberpreis nicht. 
Diese augenscheinliche Parallelität kann nicht Zufall 
sein, man wird eine Gesetzmäßigkeit darin sehen dürfen, 
die dahin zu formulieren ist, daß- der Wechselkurs das Be 
streben hat, sich von den Bewegungen des Silberpreises frei 
zu halten, indem er entweder den Bewegungen gar nicht 
folgt, also stehen bleibt (die früher erwähnte Stetigkeit), 
oder indem er der Silberbewegung, wenn er sich ihr nicht
	        
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