Metadata : Der Weltverkehr und seine Mittel

Seilbahnen.  341

In  dem  Falle,  wo  das  Übergewicht  des  zu  Thal  fahrenden  Wagens  die  Betriebskraft ­
  liefert,  steht  dieselbe  ohne  weiteres  nicht  an  allen  Punkten  der  Bahnlinie  im  Gleichgewicht ­
  mit  den  Widerständen  der  bewegten  Wagen.  Die  mitzugebende  Wassermenge  muß
für  die  ungünstigste  Stelle  der  Bahn  berechnet  werden,  damit  der  Wagen  (mit  offenen
Bremsen)  anfahren  kann,  selbst  wenn  auf  dieser  Stelle  die  Wagen  durch  Anziehen  der
Bremsen  zum  Halten  gekommen  waren.  Je  nach  der  Besetzung  der  beiden  Wagenzüge
durch  Personen  und  Gepäck  wird  eine  größere  oder  kleinere  Wassermenge  aufgefüllt.  Durch
Fernsprecher  wird  von
der  unteren  Station  der
oberen  die  jeweilige
Belastung  mitgeteilt.
Mittels  eines  auf  dem
Führerstande  angebrachten ­
  Schauglases,
dessen  Einteilung  sowohl ­
  nach  Kubikmeter
als  auch  nach  der  Personenzahl ­
  getroffen  ist,
bemißt  der  Wagenwärter ­
  die  jedesmal
aufzufüllende  Wassermenge. ­
  Die  Wagen
tragen  zu  dem  Zweck  am
oberen  Ende  einen
trichterförmigen  Rohrstutzen, ­
  der  sich  in  der
höchsten  Wagenstellung
über  das  freie  Ende  des
Füllrohres  schiebt.  Der
Wärter  hat  dann  nur
das  Absperrventil  zu
öffnen  und  den  unten
am  Wagengestell  bestndlichen
  eisernen  Behälter ­
  bis  zu  der  betreffenden ­
  Marke  an
der  Wasserstandsröhre
zu  füllen.  Ein  solches
Füllrohr  ist  links  in
Abb.  336  sichtbar.  Letztere ­
  ist  gleich  wie  Abb.
337  u.  341  Walloths
Drahtseilbahnen  ent-Nommen.
  Durch  vor-  3B g.  Drcischienige  Krilbahri  rmf  den  Aeatenbrrg  mit  jltusgicichseit.
sichtiges  Bremsen  kann  Nach  einer  Aufnahme  der  Gesellschaft  „Photoglob"  in  Zürich.
die  Fahrgeschwindigkeit
etwas  geregelt  werden.  Nähert  sich  der  zu  Thal  gehende  Wagen  seiner  Endstation,  so
streift  ein  senkrechter  Stift  des  am  Boden  des  Wasserbehälters  befindlichen  Ablaßventils
eine  neben  dem  treppenförmigen  Bahnsteig  angebrachte  geneigte  Eisenschiene  (Abb.  337),
wodurch  das  genannte  Ventil  gehoben  und  das  Wasser  selbstthätig  zum  Abfließen  gebracht
wird.  Der  Betrieb  einer  Seilbahn  durch  Wasserballast  ist  sonach  höchst  einfach  und,
wenn  das  Füllwasser  einem  natürlichen  Wasserlauf  ohne  Pumparbeit  entnommen  werden
kann,  auch  sehr  billig.
Ein  sprechendes  Beispiel  hierfür  ist  die  im  Jahre  1879  von  Roman  Abt  am  Gießbach
erbaute  Seilbahn,  deren  Eisenkonstruktion  Abb.  338  wiedergibt.  Diese  345  m  lange  i-tme
            
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