Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

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(1874) 1877 Aug. 17 
immer das nächste Resultat der Reise und durch die erste Woche 
Kurwassertrinken nur konsolidiert wird — macht den Menschen 
im höchsten Grad unaktionsfähig. Von hier ist nicht viel zu be- 
richten. Wahre Idylle; dazu in Folge des halb ungünstigen Wet- 
ters (obgleich an Ort und Stelle trotz Regen und Sturm die Luft 
immer lobenswert bleibt) und wohl auch wegen der andauernden 
Geschäftskrise die Besucheranzahl von 3000 auf17-—1800 herab- 
gedrückt. Glückliches Ahrtal. Besitzt noch keine Eisenbahnen; 
doch schon vermessen und drohend für nächstes Jahr mit com- 
mencement d’execution Eisenbahnbau von Remagen nach Ahrwei- 2 
ler, von wo es dann aber nicht das Ahrtal hinuntergehn soll, son- 
dern links ab nach Trier. 
Ich habe hier sehr guten Arzt gefunden, Dr. Schmitz (gebürtig 
in Siegen), der so klug ist, trotz des schönen Hauses und Gartens, 
die er hier eignet, den Winter (von Ende Oktober an) in Italien ıs 
zu medizinieren. Er war viel in der Welt herum, u. a. in Kalifor- 
nien und Zentralamerika. Hat in habitus und manners viel von 
little Dronke aus seiner besten Zeit. 
Er hat wesentlich bestätigt, was ich vermutete und Dir von Lon- 
don schrieb. Meine Leber zeigt keine Spur von Erweiterung mehr; 2 
der Digestionsapparatus ist somewhat disordered, aber das eigent- 
liche Übel ist nervöser Natur. Schmitz sagt mir heute wieder, ich 
müsse nach 3wöchentlichem Aufenthalt hier in den Schwarzwald 
auf die Höhe, Berg- und Waldluft zu kneipen. Nous verrons. Das- 
selbe empfiehlt er für meine Frau, die übrigens Medizin nehmen z: 
muß und grade zur rechten Zeit kam, bevor ihr Übel verschlim- 
mert. Tussychens Appetit nimmt zu, was bei ihr das beste Symptom. 
Die Berge sind grade bei Neuenahr etwas zu weit entfernt vom 
Sitz des Bades, wenigstens für die durch Karlsbad Verwöhnten. 
Sehr beunruhigt uns, daß wir noch kein Sterbenswort von den 2 
adventures der Familie Longuet vernommen. 
Wie geht’s Deiner Frau? Ich hoffe, besser; ist bei euch das 
Wetter auch so launenhaft? Hier im Ahrtal sind die Leute gar 
nicht daran gewöhnt. 
Im Kurhaus hier (wo man auch die Bäder nimmt, die hier, wie # 
allüberall, neben dem Trinken des alkalinischen Gesöffes) gibt's 
ein Reading Room, worin nebst deutschen und holländischen Blät- 
tern Times und Galignanis Messenger, Figaro und Independance 
belge, also mehr als ich brauche, da ich hier mich möglichst des 
Zeitungslesens enthalte. Ich sehe auch mit Bedauern, daß die Tür- 4 
ken — wenigstens meiner Laienansicht nach — wieder Zeit ver- 
lieren. 
Man trinkt hier einigen Wein, nur ist grade der Walporzheimer 
und andrer roter Ahrwein den meisten (u. a. auch mir) Kurgästen 
ıntersagt. 
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