ten Waldfläche an, so muß die jährliche
Holzgewinnung rund 4 Millionen Balken und
2,55 Millionen Kubikfaden Grubenhölzer,
unter Außerachtlassung des Zuwachses, be:
tragen.
Eine so gewaltige Menge Rohstoffe
kann nicht in rohem Zustande ausgeführt
werden; ein großer Teil wird an Ort und
Stelle zur Verarbeitung gelangen müssen.
Um jährlich 4 Millionen Balken schneiden
und Grubenhölzer zu Zellstoff verarbeiten
zu können, müssen an der Mündung des
Flusses Obj und zum Teil am Flusse Tas
Holzbearbeitungsfabriken errichtet werden.
Der gewaltige Umfang dieser Unternehmun-
gen ergibt sich aus den Rohstoffmengen,
die hierher geleitet werden können. Abge:
sehen von der Zellstoffgewinnung wird man
ausschließlich für den Bedarf der Schneide:
mühlen schätzungsweise rund 100 Säge»
zatter zur Aufstellung bringen müssen, was
der Errichtung einer zweiten Stadt Archanz
gelsk gleichkäme.
Hierbei muß hervorgehoben werden, daß
die an Konzessionäre zu überlassenden
Waldflächen sehr reich an Bodenschätzen
sind. Die auf der Halbinsel Jamala
1918—1919 angestellten Forschungen haben
das Vorhandensein von Platin erwiesen. Am
Unterlauf des Flusses Jenissei ist man auf
Kohle gestoßen, die qualitativ der Cardiff-
kohle in nichts nachsteht. . Auch Graphit ist
vorhanden, das unverarbeitet in der elektri-
schen Industrie Verwendung finden kann.
Außerdem gibt es in diesem Gebiet noch eine
Menge völlig unerforschter Bodenschätze. Die
Gewinnung dieser Schätze kann gleichzeitig
mit den Waldkonzessionen den Konzessio-
nären mit dem Recht einer Weiterführung
der Vorarbeiten überlassen werden,
Im Interesse der Ernährung der zur
Ausbeute der bezeichneten Waldungen zu
gewinnenden Arbeiter können in dem be-
treffenden Bezirk landwirtschaftliche Be=
triebe geschaffen und Viehzucht getrieben
sowie Lebensmittel und Futtermittel in
gewaltigen Mengen .aus den Steppenge-
bieten der Schwarzerde auf dem natürlichen
Wasserwege vom Oberlauf der Flüsse Obj
und Irtysch herangeführt werden. Außer:
dem können in diesem Gebiet die Rauch-
wildjagd und Fischerei, die hier von ganz
besonderer Bedeutung und ganz besonde:
‚em Wert sind, eine starke Entwicklung er-
fahren.
Die Verwertung der bezeichneten Wald:
ınd Bodenschätze muß in innige Verbin:
dung gebracht werden mit dem Ausbau der
Verkehrswege, die diese Gebiete mit dem
Auslande verbinden. Es ist schwer, den
Umfang der Entwicklung der für die Indu-
strialisierung und Kolonisierung dieses Ge-
bietes erforderlichen Verkehrswege für die
Zukunft vorauszusagen. Aber schon jetzt
zann auf die völlig ausgearbeiteten Entwürfe
‘ür den Bau der Eisenbahnlinien, die Er:
‘ichtung und Ausgestaltung von Häfen und
lie Verbesserung des Seeverkehrs hingewie:-
jien werden, Von den geplanten Eisen:
»ahnlinien sind zu nennen: Akmolinsk:
ndigo .mit einer Zweigbahn nach
3eresow, Nadeshinski Sawod (Werk) —
Medynka-Bucht mit einer Zweigbahn nach
)bdorsk; der „Große Nordweg‘, der nach
lem Projekt Borissows den Fluß Obj an der
Vündungsstelle des Irtysch mit Petrograd
ınd Murman verbinden soll, und end:
ich die Bahn Obj-Belomorsk zwischen
bj und Archangelsk. Alle diese Ver:
xehrswege, die den Obj-Fluß mit einer
Reihe wohleingerichteter Häfen und sol;
‘hen Buchten verbinden, in denen die
Irrichtung von Häfen keine Schwierigkeiten
»ereitet (Indigo und Medynka), können wäh:
‚end eines größeren oder kleineren Zeitz:
'aums erbaut werden. Dieses Gebiet ist je:
loch, wie die Expedition von Nansen im
“ahre 1913 und andere Expeditionen in den
etzten Jahren (1918-—1919) erwiesen haben,
nit Westeuropa bereits durch den Seeweg
iber das Karische Meer und das Eismeer
zerbunden. Unter Benutzung dieses See:
veges wurden 1919 bereits mehr als 500 000
>ud Waren vom Flusse Obj abtransportiert,
wobei am rechten Ufer des Obj-Busens 12
ıuf der Karte eingetragene Leuchttürme er-
:ichtet, ergänzende Messungen des Fahr-
wassers vorgenommen und eine Reihe ande:
‚er Arbeiten ausgeführt worden sind, die das
Problem des nördlichen Seeweges gelöst, die
Schiffahrt günstig und gefahrlos gestaltet
haben.
Alles das weist darauf hin, daß die Er-
schließung dieses Gebietes und die industri-
le Verwertung der dort vorhandenen
Schätze in verhältnismäßig kurzer Zeit nicht
ı1ur für Rußland, sondern auch für die aus:
ändischen Staaten, deren Märkte von hier
‚us mit gewaltigen Mengen des ihnen feh-
enden Rohmaterials versorgt werden kön:
ıen, von größter Bedeutung werden können.
Dabei kann die Zufuhr der Rohstoffe nicht
ıur von den erwähnten Gebieten, son:
lern auch von den anliegenden Ortschaften
Sibiriens aus erfolgen, die zur Förderung der
wirtschaftlichen Entwicklung dieses Ge:
»ietes herangezogen werden können.