Full text: Die Erteilung von Konzessionen Sowjet-Rußlands an das ausländische Kapital

Erze mit einem Eisengehalt von ca. 60 bis 
93 Proz. In der umfangreichsten Lager- 
stätte beträgt die festgestellte größte Tiefe 
der Erzlagerungen nur 30 Faden unterhalb 
der Erdoberfläche. 
Die verhältnismäßig leichte Ausbeute 
dieser Erzlagerstätten, ihre Hochwertigkeit, 
die Nähe der Lager von verkokungsfähiger 
Kohle — das alles zusammengenommen 
veranlaßte seinerzeit die Kusnetzker Berg: 
werks  Aktiengesellschaft, die Errichtung 
sines großen Hüttenwerkes, das 1920 laut 
Programm 30 Millionen Pud Roheisen lie: 
fern sollte, für zweckmäßig zu erklären. Es 
bestand die Absicht, die nötigen Einrichtunz 
gen aus dem Auslande zu beziehen. 
Diese Aufgabe geht gegenwärtig ihrer 
Lösung entgegen. Der Bau des Werkes 
wird jedoch ohne die Hilfe von außerhalb 
stark verzögert, wodurch die Entwicklung 
der Industrie in Westsibirien und die Bez 
lebung des ganzen überaus reichen Gebietes 
und der benachbarten Gaue gehemmt wer- 
den, in denen die produktiven Kräfte und die 
Naturschätze noch nicht entfernt zur Ent: 
Faltung gelangt sind. Die rasche Verwirks 
lichung der Errichtung eines Hüttenwerkes 
von großer Leistungsfähigkeit und eine 
gleichzeitige Steigerung der Kohlengewins 
nungsarbeiten im südlichen Teile des Kus- 
netzker Beckens bilden die notwendige Vor: 
bedingung für die Entfaltung der produk- 
tiven Kräfte in Sibirien. 
3. Die vom Fluß Irtysch 100 Werst ent: 
fernten, mit diesem letzteren durch eine 
Eisenbahn verbundenen Steinkohlenlager 
Ekibastus bilden gleichfalls eines der wich: 
tigsten Konzessionsobiekte., 
Die Ekibastusker Mulde umfaßt eine 
Fläche von rund 70 Quadratwerst und ent: 
hält mehrere Kohlenflöze. Von diesen wur: 
den vier abgebaut. Die dort lagernden Vor: 
:äte sind bis zu einer Tiefe der Mulde von 
200—1000 Faden auf ungefähr 35 Milliarden 
Pud zu schätzen. 
Die Ekibastusker Kohle ist eine kuchen 
bildende Kohle. Diese Lagerstätte ist das: 
ner besonders wertvoll, da früher, solange 
nur der Verkehr längs dem Flusse Irtysch 
bestand, Koks nach Omsk, nach Ssemipala- 
tinsk und sogar nach dem Ural befördert 
werden mußte. 
Der Absatz der Kohle, von der 1916 be: 
reits rund 4 Millionen Pud gewonnen wurz- 
den, und des Koks, auf den 1916 6 Proz. der 
Ausbeute entfielen, kann auch dann als ge: 
sichert gelten. wenn die Leistungsfähigkeit 
der Gruben infolge einer Mechanisierung 
ler Kohlengewinnung und einer Vervoll; 
<ommnung der Einrichtungen auf ein Viel: 
'aches gegenüber 1916 gesteigert werden 
sollte. 
Der Verbrauch des gewonnenen Brenn: 
stoffs am Ort und die Erzeugung eines 
wertvollen Metalls als Endprodukt, setzt 
3äne Verbindung zwischen Ekibastus und 
len Zinkerzlagerstätten voraus. 
4. Die am Irtysch gelegenen Lagerstätten 
Ridderow sind am günstigsten gelegen ans 
zesichts der verhältnismäßig leichten Ver: 
»jändung mit Ekibastus längs dem breiten, 
‘chiffbaren Fluß. 
Durch die 1916 angestellten Unter: 
suchungen wurde das Vorhandensein von 
50 Millionen Pud Zinkerz festgestellt. Der 
Zinkgehalt erreicht eine Höhe bis zu 
I5 Proz.; außerdem entfallen auf 100 Pud 
irz 8 Proz. Blei, bis zu 1 Proz. Kupfer, 
7 Solotnik Gold und 59 Solotnik Silber. 
Eine Entwicklung des Abbaus der 
Ridderower Erze sowie der benachbarten 
‚agerstätten. Syrjanow und Smeinogorsk, 
leren Erze ungefähr die gleichen Qualitä: 
en haben, sowie ihr wirtschaftlicher Zu: 
;jaammenhang mit Ekibastus gewährleisten 
»ine Entwicklung der Industrie in diesem 
zanzen Gebiet, eine Belebung der For: 
schungsarbeiten auf der Suche nach neuen 
ınd nutzbaren Fossilien, 
5. Die im Becken des Jenissei gelegenen 
Fisenerzlagerstätten Irbin und Abakanow, 
lie Magneteisenerz enthalten und noch 
wenig erforscht sind, können bei der Schaf- 
‘ung und dem Ausbau der Hüttenproduk- 
:jon als Grundlage dienen, was wiederum 
zu einer Zutageförderung und Ausbeute der 
jewaltigen Naturschätze in diesem Gebiet 
tühren muß. 
Die vermutlichen und möglichen Vor: 
räte der Lagerstätte Irbin belaufen sich auf 
‚und 8 Millionen tons Erz mit einem Eisen: 
jehalt bis zu 65 Proz. Die Vorräte der 
Lagerstätte Abakanow wurden seinerzeit 
ıuf 90 Millionen Pud geschätzt. Eingehen: 
lere Untersuchungenn werden zweifellos 
zirößere tatsächlich erforschte und ge: 
‚schätzte Vorräte ergeben. 
Die Einschmelzung der Irbinerze kann 
auf Holzkohle, die der Abakanowerze auf 
Koks aus den Kaljaginschen Kohlenlagern 
arfolgen, die am linken Ufer des Jenissei 
I2._ Werst von der im Bau befindlichen 
Zisenbahn Atschinsk—Minussinsk gelegen 
sind.
	        
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