Full text : Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus

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Ijöltnis.  Ungeheure  Gewinne  hat  unsere  deutsche  Landwirtschaft  während ­
  des  Krieges  erzielt,  'und  zwar  vorzugsweise  gerade  die  mittleren  und
kleineren  Landwirte,  denn  diese  vornehmlich  stellen/die  oben  erwähnten  Erzeugnisse ­
  her  und  sind,  wie  wissenschaftlich  einwandsfrei  nachgewiesen  ist,
gerade  auf  diesen  Gebieten  der  Produktion  dem  Großbetrieb  in  jeder  Hinsicht ­
  weit  überlegen.  Ferner  aber  und  vor  allem  jetzt  nach  dem  Weltkriege ­
  wird  schon  wegen  des  restlosen  Abtransports  der  rund  1600  000
in  Deutschland  befindlichen,  vorzugsweise  auf  Eroßgütern  beschäftigten
russischen  Kriegsgefangenen  —  wenn  nicht  alles  täuscht  —  eine
gewaltige  Krise  über  den  deutschen  Erohgrundbesitz  hereinbrechen.
Es  fehlen  einfach  hunderttausende  und  aberhunderttausende  von  Arbeitskräften, ­
  ohne  die  fremdstämmigen,  ausländischen  russischen  und  polnischen
Saison-  und  Wanderarbeiter,  die  im  Jahre  1914  nicht  weniger  als  436  736,
davon  327  254  aus  Galizien  betrugen,  gegenüber  nur  265  485  im
Jahre  1908,  aber  läßt  sich  der  landwirtschaftliche  Großbetrieb  einfach  nicht
aufrecht  erhalten.  Er  bricht  r  e  t  t  u  n  g  s  l  o  s  in  sich  selber  zusammen.  Unter
dieser  unheimlichen  Leutenot,  dem  Gespenst  und  Totengräber  des  Großgrundeigentums, ­
  aber  leidet  der  mittlere  und  kleine  Landwirt,  der  mit  seinen ­
  gewöhnlich  noch  recht  zahlreichen  Familienangehörigen  selber  mit  Hand
anlegt  und  dessen  Arbeitseinkommen  von  seinem  Renteneinkommen  untrennbar ­
  verbunden  ist,  bei  weitem  nicht  so  wie  der  Großgrundbesitzer.
Dieser  Wurm  frißt  nicht  an  seinem  Mark!
Sicher  werden  äuch  manche  Lastdwirte  —  mit  diesem  Einwände  hat  insbesondere ­
  der  Wächter  des  Gtalsheiligtums  Karl  Käutsky,  der  unentwegte
orthodoxe  Marxist,  dessen  ganzes  wissenschaftliches  Bestreben  von  dem  Leitmotiv ­
  gelenkt  wird  „das  Wort  (des  Karl  Marx)  sie  sollen  kaffen  stahn",
die  Konzentrationstheorie  des  giofeen 1  Meisters  für  die  Landwirtschaft  zu
retten  versucht  —  vom  Kapital,  insbesondere  von  den  Banken  abhängig
sein.  Aber  keinesfalls  ist  diese  an  sich  unleugbare  Tatsache  etwa  wie  bei
unseren  versinkenden  kleingewerblichen  Schichten  ein  negatives  soziales
Massenphänomen,  sondern  sie  wird  immer  mehr  und  mehr  angesichts ­
  der  in  jeder  Hinsicht  glänzenden  Entwickelung  unserer  mittleren  und
kleineren  landwirtschaftlichen  Betriebe  zu  einer  mehr  vereinzelten  Erscheinung. ­
  Die  großartige  Selbsthilseaktrvn  der  deutschen  Landwirte,  insbesondere ­
  das  Eingreifen  der  Raiffeisen!-  und  sonstigen  landwirtschaftlichen  Genossenschaften ­
  haben  zudem  hie  Entschuldung  gerade  des  mittleren  und  kleineren ­
  ländlichen  Grundbesitzes  mächtig  gefördert.
e)  Die  A  k  ku  m  u  l  a  t  i  o  n  s  t  h  e  o  r  i  e.
Anker  ihr  versteht  Marx  die  .angeblich  immer  steigende  Kapitalsanhäufung
  in  den  Händen  Weniger.  Die  Zahl  der  Kapitalisten  soll  beständig ­
  und  unaufhaltsam  abnehmen.  Der  Zusammenballung  der  Betriebe
auf  dem  gesamten  Gebiete  der  Volkswirtschaft,  der  Industrie,  des  Handels
und  der  Landwirtschaft,  wie  sie  Marx  irrtümlich  lehrt,  soll  die  Konzentration ­
  des  Besitzes  in  immer  weniger  Händen  unH  ein  immer  stärkeres  Anschwellen ­
  der  Besitzlosen  entsprechen.  Der  Kapitalsbesitz  häuft  sich,  „akkumu-
            
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