Full text : Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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(ehr intenfiven, muljtergültigen Wirtjdhaften liegen oft [dledht geführte
oder verwahrlolte Güter.
Wo der Grokgrundbelik überwiegt, oder wenigjtens ftark in den
Bordergrund dritt, ijt im allgemeinen die IandwirtjHaftliHe Kultur
Höher als in Kreijen mit vorwiegend Heinem Beliz. Die BelihHverteilung
 ijft mit ein Hauptgrund dafür, daß der AWderbau von Oltpolen
— mit Ausnahme des Gouvernements Lublin — bedeutend gegen den
von Wejtpolen abfällt.
Kongreß-Polen war nidHt in der Lage, fidH Telbit zu ernähren.
Sn der empfindlidhjten Weije war der Grokgrundbelig in Polen
dur die auf ihm ruhenden Servitute belajtet, durd weldhe die
Zand- und Forjtwirtfdhaft aukerordentlih beeinträchtigt und mirtichaftih
 ge[Hädigt wurde.
Während fidh die ruflijde Regierung bemühte, den Bauer materiell
möglidghjt unabhängig vom Gutsbeliger zu ftellen, hatte [ie es nidt
jür nötig befunden, aud) den Gutsbefiger in Unabhängigfeit vom
Bauern zu bringen. Denn fie hatte das den Bauern bei der Auf»
Hebung der Leibeigen|dHaft im Jahre 1864 verliehene Servitutenrecdt
 beibehalten. Die Bauern behielten das Recht auf Waldund
 Weidenugung fowie die Benugung von Fahr- und Fukwegen,
das fie fidh dur Gewohnheitsrecht oder hejondere Verträge und mündfide
 Abmadhungen erworben Hatten. Sie Ionnten aus den Gutswäldern
3. B. Bau- und Brennholz, Reifig und Blätter entnehmen und auf dem
Sutsader weiden. Diefle Rechte, an denen im Iahre 1864 335171
Bauernhöfe teilnahmen, erhielten aber erjt im Jahre 1870 GefjeHesfraft.
 Sie find nun zum allergrößten Teil bezüglidH ihHres wirtjHaftliden
 Wertes für die Bauern [ehr problematijdher Natur. Bor allen
Dingen haben die Rechte der Wald- und Weidebenugung kfkeinen Wert
mehr. Die meijten Wälder, die Heute nod) mit dem Servitut belajtet
Äind, ftehen unter dem Zeidhen des Verfalls. Seit Jahren ijt nicht nur
alles Laub, Reifig und Moos aus ihHnen hHerausgeholt worden, [ondern
aud) das Unterholz und die Baumrinde. Solde Wälder madjen mit
ihren ausgetretenen BViehljteigen und verfümmernden Bäumen einen
traurigen Eindrud. Der Servituteninhaber kann aus ihnen nichts mehr
herausholen oder er muß Holz ftehlen. Der Holzdiebjtahl ijt darum
aud) außerordentlid verbreitet und ein [tändiger Grund des Streites
zwilden den Gutsbeligern und Bauern. —
Ähnlich {teht es mit dem Weiderecdht. Wo die Gutsbejiker zu
einer modernen Feldwirt{hHaft übergegangen jind, wo [ie Meliorationen
der Wiefen durchgeführt Haben, da bemühen fie ih, das Bauernvieh
von ihrem Lande fernzuhalten. Sie erreidhen es, indem fie entweder
die zweite Heuernte fo mwät leaen. dak die Bauern von der Weide:
            
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