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Das finnijde Dreied, mit dem wir uns hauptjächlidh zu be[häf-
tigen Haben, hebt fidh zu mäßiger Höhe (bis zu 300 m) über das Meer
hinaus, zu weldem das Land von der Mitte Her allmählidh fi fenkt.
Troßdem kommt, wenn man das Ganze in Betracht zieht, eine Haupt-
ridtung des Gefälles nad Süden und Südwelten zuftande, d. H. nad
der Spike des Dreieds, wohin au) die Küftenlinien beider Golfe jicdh
ziehen. Lage, Gejtalt und Höhenverhältnijje geben aljo dem größten
und am beiten aufgefdhlofjenen Teile des Staates die Richtung mitten
auf die Grohe Oftfee und über diejelbe hinaus nad) der Mitte Europas.
Geographijhe Urjaden waren es tatjächlich, welhe die Bewohner Finn-
[ands horn früh im Mittelalter zum Seeverfehr nad Deutichland
drängten.
Die Lage des Landes am Meer, weldes ja aud) nur ein Teil
des Atlantik und von diejem nur durch niedrig gelegene fHwebijcdhe,
dänijdHe und deutjdhe Landjtreifen getrennt it, [hafft weitere günftige
Verhältnifje und zwar für das Klima. Es ergibt [ih für beftimmte
Teile des Yahres eine Beeinflujfung durd) die aus füdlider und welt-
lider Richtung herbeiftrömenden Winde, welde die KMimatijdhen Ver-
hältniffe des nördliden Landes mildern ‚und die Vegetationsperiode
verlängern. Begünitigt wird das Eindringen warmer Luftjtrömungen
ins Snnere Finnlands no) infofern, als die Oberfläde landeinwärts
erfit Jebr allmählich anfteigt. Vergleiden wir nun unjer Gebiet mit
den benachbarten, fo ergeben fi mannigfade Vorteile einmal gegenüber
Norwegen, weldhes fehr gebirgigen Charakters ijt, ferner gegenüber
Schweden, das im Schatten atlantijder Winde liegt und endlid im
Bergleidy mit Nordrukland, weldes nad) Norden geöffnet erfjcheint.
Die günftigen Mimatijden Verhältnifje zeigen fi am deutlidhjten auf
den Inieiln der Alandsgruppe, dann aber auch an einem breiten füd-
weftlidgen und füdliden Küjtenfjtreifen, der edle Laubbhäume beherbergt
und Obitiultur geftattet. Hier hat man in den legten Jahrzehnten
jogar fehr erfolgreide Berjuche mit der Kultur der Zuderrübe an
geftellt, die foeben zur Gründung der erften finnifhen Rübenzuderfabrik
führten.
Wir haben nun bereits einen Einblid dafür gewonnen, weldher
Teil des finnifden Dreieds von der Natur am reichfjten bedadt worden
ift; hierzu kommt dann noch eins: Von Aland bis Wiborg ziehen
fig von Weiten nad Olten zahlloje Injeln hin, Sdhären genannt. Cs
ijt Har, daß durch diefen Reidhtum an der füdliden Umrahmung die
Kültenlänge ganz bedeutend vergrößert wird; hier mußte fid) eine
jeegewohnte Fijderbevölferung entwideln, welde dem Lande nicht nur
durd) die örtliche Fijdherei Werte und Nährmittel befhHafft, fondern
aud der finnijden Handelsflotte die hekanntlid) fehr tüchtige Be-
mannung Itellt.