Full text : Wohlfahrtzentrale der Stadt Barmen

117

markt  neu  eingerichtete  Kriegskleinkinderfdiule.  Für  folche  Kleinkinder,
deren  Unterbringung  bei  Verwandten  oder  Nachbarn  nicht  möglich  ift,
bleiben  mehrere  Kleinkinderfchulen  während  der  Ferien  geöffnet.  Aufgeldern ­
  fchon  genannten  Ausbildungskurfus  fand  auf  Koften  der  Wohlfahrtzentrale ­
  noch  ein  zweiter  Kleinkinderfchul-Lehrgang  vom  20.  März  bis
20.  Mai  unter  Beteiligung  von  25  Helferinnen  ftatt.
In  den  Barmer  Kleinkinderfchulen  |Ind  insgefamt  rund  3000  Kleinkinder, ­
  davon  rund  200  den  ganzen  Tag  über,  unter  gebracht.
In  der  Spielaeugklinik  des  Nationalen  Frauendienftes  wurden  in  den
3  Kriegswintern  6  900,  von  Barmer  Kindern  gefchenkte,  Spielfachen  inftandgefefft
  und  zu  Weihnachten  armen  Kindern  befcheert.
Heim  für  Kleinkinder  von  Munitionsarbeiterinnen.
Für  einige  Kleinkinder,  deren  Mütter  in  Nachtfchicht  arbeiten,  war  die
Einrichtung  eines  Tages-  und  Nachtheimes  erforderlich.  Zu  dem  Zwecke
wurden  im  März  1917  im  oberen  Stockwerk  der  Kleinkinderfchule  Carnaperftraße
  12  b  zwei  große  luftige  Räume  freundlichft  zur  Verfügung  geftellt.
Die  Kinder  find  dort  der  Pflege  einer  in  der  Kinderpflege  erfahrenen  Hausmutter ­
  und  dauernder  ärztlicher  Beobachtung  anvertraut.  Das  mit  20  Betten
eingerichtete  Heim  erweift  [ich  indeffen  fchon  jefft  als  zu  klein,  fodaß  die
Eröffnung  eines  zweiten  Heimes  in  Ausficht  genommen  ift.  Der  Zufchuß  der
Wohlfahrtzentrale  zu  dem  Kinderheim  betrug  bis  20.  Juni  1917  Mk.  2052,44.
Schulkinderpflege.
Bei  Ausbruch  des  Krieges  fehlen  es  zunächft,  als  fei  jede  notwendige
Forderung  erfüllt,  wenn  die  Kinder  bis  zum  Schulanfang,  unter  geeigneter
Aufficht,  zu  Spiel,  Erholung  und  Befchäftigung  vereinigt  würden.  So
wurden  in  den  Ferien  in  jedem  Schulbezirke  wöchentlich  2  bis  3  Nachmittagswanderungen ­
  und  Spiele  im  Freien  veranftaltet.  Die  Beteiligung
war  fehr  rege.  In  einzelnen  Schulbezirken  nahmen  regelmäßig  über  100
Kinder  an  den  Wanderungen  teil.
Auf  drei  Grundftücken  wurden  ferner  die  Knaben  und  Mäddien  mit
Gartenarbeiten  befchäftigt.  Die  betreffenden  Flächen  wurden  zunächft  durch
Arbeitslofe  umgegraben,  wofür  insgefamt  Mk.450.—  Lohn  bezahlt  wurden.
Sodann  erfolgte  unter  Leitung  fachverftändiger  Damen  und  Herren  die
Ausfaat  und  das  Seffen  der  kleinen  Pflänzchen.  Wenngleich  auch  die  Erträgni|fe
  mäßige  waren,  weil  das  Wetter  der  Ausfaat  zu  ungünftig  wurde,  war
doch  die  Befchäftigung  für  die  Kinder  eine  nützliche  und  anregende.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.