fullscreen: Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands

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*) Ibid. S. 823. 
Laad mit einer schwachen kapitalbildenden Fähigkeit braucht 
immer den Kapitalzufluß., Um dieses Ziel zu erreichen, muß die 
Rentabilität des Kapitals, das in der bearbeitenden und extrahie 
renden Industrie investiert ist, ununterbrochen auf einem künstlich 
hohen Niveau erhalten bleiben. Daraus das ununterbrochene Wachs 
tum der Schutzmauer für die heimische Industrie. Die Zollabgaben 
in kapitalarmen Ländern fördern die Entwicklung neuer und schützen 
die schon existierenden gutentwickelten Industrien, — häufig mit 
Hilfe höherer Zollsätze als diejenigen, die bei der Entstehung 
dieser Industriezweige bestanden haben. In den reichen Ländern 
hat der Kapitalzufluß in die protektionierten Industriezweige die 
Entwicklung der inneren Konkurrenz und die Herabsetzung der 
Preise zur Folge, was die hohen Zollsätze überflüssig macht. In 
den kapitalarmen Ländern dagegen entwickelt sich die innere 
Konkurrenz nur sehr langsam, die Preise bleiben gewöhnlich auf 
dem maximalen Niveau, das durch die Zollsätze bestimmt ist, und 
der rasche Fortschritt der ausländischen Industrie — bei dem 
schwachen Wachstum der vaterländischen — macht einen weiteren 
Schutzzoll notwendig. 
Vom Standpunkt der ausländischen Konkurrenz ist nicht nur 
der Fortschritt der Industrie, sondern auch sein Tempo von großer 
Wichtigkeit. Ein Land mit einer geringfügigen kapitalbildenden 
Fähigkeit und ungenügendem Zufluß ausländischen Kapitals kann 
seine Industrie, trotz des intensiven Zollschutzes, viel langsamer 
entwickeln, als es die reichen Nachbarn tun, und wird folglich 
immer mehr Zurückbleiben. Gerade diesen Charakter aber trägt 
die Entwicklung der Industrie in Rußland. Diese Erscheinung, die 
ganz natürlich ist für ein Land, das durch die Steuerschraube er 
schöpft ist, erscheint für Professor Soboleff ganz unbegreiflich. 
Nachdem er das Wachstum der Zollsätze in Rußland gekennzeichnet 
hat, stellt Professor Soboleff die Frage auf: »Was aber ruft die 
Hebung der Zollsätze hervor. Es ist doch unmöglich anzunehmen, 
daß eine Industrie, geschützt durch hohe Tarife und allerlei Pri 
vilegien, Subventionen, staatlichen Aufträgen usw., statt sich zu 
vervollkommnen immer mehr zurückgeht im Vergleich mit der 
westeuropäischen Konkurrenz. Wäre es denn so, so wäre der 
Protektionismus eine Ursache, die den Niedergang der Industrie 
herbeiführt 1 ). Die Daten, die wir im zweiten Kapitel angeführt
	        
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