fullscreen : Der Weltverkehr und seine Mittel

Sicherung  der  Züge  auf  der  Strecke  durch  das  Blockverfahren.

317

29°°

ooq*

00*0

i.  ^

1.  ^

T.

in  C  und  D  auf  rot  (in  der  Abbildung  durch  Schwarz  angedeutet),  dagegen  die  beiden  zu  0
und  B  gehörigen  auf  weiß.  Die  vierteiligen  Blockwerke  stellen  sich  natürlich  teurer  in  der
Beschaffung  als  die  älteren  zweifenstrigen.  Allerdings  ist  zu  beachten,  daß  bei  Strecken
mit  regem  Verkehr  die  reinen  Streckenblockstationen,  welche  vier  anstatt  zwei  Felder  gebrauchen, ­
  nicht  so  zahlreich  sind,  und  für  Endstationen,  sowie  Stationen  mit  Überholnngsgleisen,
  Abzweigungen  und  dergleichen  sich  die  Zahl  der  Blockfelder  nicht  erhöht.
Auf  den  preußischen  Staatsbahnen  z.  B.  werden  sie  vorläufig  nur  auf  besonders
stark  belasteten  Linien  eingeführt.  Die  Berliner  Stadtbahn  und  die  Wannseebahn
(Berlin-Potsdam)  sind  mit  ihr  ausgerüstet.  Diese  beiden  Bahnen  erfreuen  sich  in
Deutschland  des  stärksten  Zugverkehrs.  Hier  ist  gleichzeitig  noch  eine  weitere  Verbesserung
getroffen,  die  das  ganze  Verfahren  zwangsläufig  gestaltet,  so  daß  etwaige  Vergeßlichkeiten
oder  Unachtsamkeiten  der  Wärter  ohne  nachteilige  Folgen  bleiben.
Wie  oben  erklärt,  wird  der  Eintritt  eines  Zuges  in  einen  Blockabschnitt  erst  dann
möglich,  wenn  der  vorhergehende  Zug  diese  Strecke  verlassen  hat  und  durch  das  elektrisch
verriegelte  Haltsignal  am  vorderen  Ende  dieser  Strecke  bereits  gedeckt  worden  ist.
Für  die  Ausgangsstation  eines  Zuges  ist  aber  der  Fall  denkbar,  daß  bei  der  Abfahrt
der  Züge  von  demselben  Bahnsteig  aus  ein  Umlegen  von  Weichen,  welche  mit  dem  Ausfahrtsignal
  in  Abhängigkeit  gebracht  sind,  nicht  notwendig  ist.  Folgen  sich  nun  zwei  Züge
schnell  hintereinander,  so  ist  es  nicht  ausgeschlossen,  daß,  weil  der  Wärter  nicht  sofort  die
Strecke  blockt,  das  Ausfahrtsignal ­
  hinter  dem  ersten
Zuge  in  der  Fahrstellung
kurze  Zeit  belassen  wird.
Dann  kann  aber  der  zweite
Zug  schon  abfahren,  ehe
der  erste  die  nächstgelegenc
Blockstation  passiert  hat.
Ein  Aufrennen  des  zweiten
Zuges  auf  den  ersten  ist  also
möglich.  Diese  Gefahr  läßt
sich  vermeiden,  wenn  das  Ausfahrtsignal ­
  durch  den  Zug
selbst  auf  „Halt"  zurückgelegt  wird.  Siemens  &  Halste  haben  vor  kurzem  in  trefflicher,  dabei
einfacher  Weise  diesen  Gedanken  verwirklicht.  An  einer  geeigneten  Stelle  im  Gleis  wird
ein  Schienenkontakt  eingebaut  und  mit  dem  Mastensignal  in  Verbindung  gebracht.  Durch
das  Überfahren  der  Lokomotivräder  wird  der  Kontakt  in  Thätigkeit  gesetzt,  der  Flügel
am  Mast  ausgelöst  und  auf  „Halt"  gestellt.  Soll  ein  zweiter  Zug  abgelassen  werden,
so  muß  das  Fahrsignal  gegeben  werden.  Der  Signalhebel  liegt  aber  trotz  des  Haltsignals ­
  noch  in  der  Fahrtstellung.  Der  Wärter  muß  ihn  also  zunächst  ans  „Halt"  zurücklegen. ­
  Sobald  er  aber  das  thut,  verriegelt  er  infolge  der  vorhandenen  Abhängigkeiten
diesen  Hebel  und  kann  ihn  nicht  eher  auf  „Fahrt"  legen,  als  bis  die  nächste  vorgeleqene
Blockstation  ihn  freigegeben  hat.
Die  Auslösevorrichtung  des  Signalflügels  wird  durch  den  Schienenkontakt  elektrisch
bewirkt.  Zu  dem  Zwecke  ist  in  die  Stellvorrichtung  des  Flügels  ein  Mitnehmerhebel
(ll  in  Abb.  329)  eingeschaltet.  Solange  dieser  Hebel  durch  elektrischen  Strom  in
einem  Punkte  festgehalten  wird,  kann  der  Flügel  ans  Fahrt  gelegt  werden.  Wird  der
elektrische  Strom  unterbrochen/  so  ist  der  Wärter  nicht  im  stände,  das  Signal  auf
„Fahrt"  zu  stellen,  und  ein  etwa  auf  „Fahrt"  zeigender  Flügel  geht  sofort  aus
„Halt"  zurück.
Der  elektrische  Strom  wird  durch  eine  besondere  Drahtleitung  nach  der  Anslösevorrichtung ­
  des  Mastes  (Abb.  328)  geleitet.  Mit  Hilfe  eines  Elektromagneten  wird  hier
das  eine  Ende  des  Hebels  ll  festgehalten,  solange  der  Magnet  seinen  Anker  festhält.
Wird  der  Strom  durch  den  Schienenkontakt  oder  sonstwie  unterbrochen,  so  hört  der
Magnetismus  auf  und  ein  Gegengewicht  zieht  den  Flügel  ans  „Halt".  Man  kann  in

K>

6
327.  Strcrkenblorkung  ivierfeldrig).
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.