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1935 . 53890 — 66% 1937... 72579= 89% 1939 . 71885=— 88 %
1936 . 63554— 78 1938 . 75153— 92, 1940 . 69787= 86 „
Nimmt man den Durchschnitt der 3 Jahre von 1926 bis 1928 als
Ausgangspunkt, so beträgt der Nachwuchs im Jahre 1929 noch rund
97 % dieses Standes. In den Jahren 1933 und 1934 sinkt die Zahl der
jugendlichen Bauarbeiter auf 57 bis 56 % des jetzigen Standes ab,
und auch nach Ueberwindung des Kriegsgeburtenausfalls wird der
Nachwuchs noch um 10 % kleiner sein als in den letztvergangenen
Jahren. Die Folgen dieser Bevölkerungsentwicklung werden aber
in der Praxis kaum so einschneidend sein, wie sie sich hier rein
zahlenmäßig darstellen. Nach den bisherigen Erfahrungen ist kaum
anzunehmen, daß es gelingen wird, die ständig sehr hohe Zahl der
Arbeitslosen in die Betriebe einzureihen. Alle maßgebenden Stellen
rechnen vielmehr für absehbare Zeit mit einer mehr oder weniger
hohen Zahl von Arbeitslosen, die infolge von Strukturveränderungen
der Wirtschaft und als Folge des ständig fortschreitenden Ratio-
nalisierungsprozesses nicht mehr untergebracht werden können. Als
erste wesentliche Folge des Ausfalles an jugendlichen Arbeitskräften
mag also eine Entlastung des mit Arbeitskräften überfüllten Arbeits-
marktes — insbesondere auch des Arbeitsmarktes für baugewerbliche
Hilfsarbeiter — zu erwarten sein. Ob darüber hinaus auch eine
Entlastung des Arbeitsmarktes für Facharbeiter oder gar ein fühl-
barer Mangel an Arbeitskräften entsteht, ist noch nicht zu übersehen,
ist aber keineswegs sehr wahrscheinlich.
Die Frage des ausreichenden beruflichen Nachwuchses ist aller-
dings nicht nur eine Lehrlingsirage, sondern auch eine Frage der
Altersgliederung in der Bauarbeiterschaft. Die Ergebnisse der Berufs-
zählung über die Altersgliederung in den einzelnen Berufen geben
die Möglichkeit einer Nachprüfung, ob ein Beruf überaltert ist oder
nicht. Wird ein Beruf vorwiegend von älteren Leuten ausgeübt, die
voraussichtlich bald aus dem Erwerbsleben ausscheiden, so ist zur
Aufrechterhaltung des Bestandes naturgemäß ein größerer Nach-
wuchs Jugendlicher notwendig als in einem andern Berufe, in dem
die mittleren Jahrgänge sehr stark besetzt sind. Diese Fragen wer-
den später für jeden einzelnen Beruf erörtert werden. Die Durch-
führung dieser Berechnungen für die Gesamtzahl .der Bauarbeiter
hat wenig Sinn, da ein Ausgleich zwischen den verschiedenen Bau-
arbeiterberufen nur in beschränktem Umfange möglich ist. ;