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feldwirtscliaft, der durch die Verdichtung der Bevölkerung her
vorgerufen war, bringt die Besitzergreifung des Bodens, die Grund
lage der Leibeigenschaft; unter der kapitalistischen Produktions
weise gewährt das Privateigentum an Grund und Boden die Mög
lichkeit, die Grundrente zu erhalten.
Droht aber der Bevölkerung Hungersnot? Wir haben
gesehen, daß sich ein immer geringerer Teil der Bevölkerung mit
Landwirtschaft beschäftigt, daß folglich die Gewinnung der not
wendigen Lebensrnittel immer weniger Arbeit fordert. Und das
trotz der Zunahme der parasitischen Elemente in der Gesellschaft!
Würde sich aber die Bevölkerung nicht über die ganze Erd
kugel zerstreuen, so müßte ein größerer Teil der Bevölkerung in
der Landwirtschaft beschäftigt sein. Dies bedeutet aber nicht, daß
dann zu wenig Produkte gewonnen würden. Im Gegenteil. Die
„überschüssige“ Bevölkerung, die aus der europäischen Land
wirtschaft vertrieben wird, könnte in ihrer Heimat viel mehr
Produkte erzeugen, als dorthin eingeführt werden. Nur sind diese
Arbeitskräfte den Grundbesitzern jetzt nicht notwendig, und
so müssen sie zwischen dem Hungertod und der Auswanderung
wählen. Vom Standpunkte dieser Grundbesitzer aus kann man
also von einer „überschüssigen“ Bevölkerung sprechen . . .
Die falschen Schlußfolgerungen, die Malthus aus der Tatsache
des sinkenden Bodenertrages gezogen hat, dürfen aber keines
wegs dazu verleiten, diese Tatsache an und für sich abzuleugnen.
Gerade diese Tatsache, die eine Erhöhung der Lebensmittelpreise
zur Folge hat, muß die Gesellschaft veranlassen, den Grund und
Boden zu monopolisieren. Andererseits stellt das Wachsen des
fixen Kapitals, das die Konsumenten ausbeutet, das Problem der
Vergesellschaftlichung der Produktionsmittel.
Die Verteidiger des Kleinbetriebes glauben, diesem drohe nur
die Konkurrenz des Großbetriebes. In der Tat leidet er auch
unter der Teuerung. Der kleine Produzent muß als Konsument
einen immer größeren Teil seines Einkommens an das Groß
kapital und die Großgrundbesitzer abgeben. Ausführlicher
darüber im zweiten Bande.
Das Sinken des Bodenertrages, das die Änderung im Wirt-
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