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Seine Gattin Vogel (f 1713) „war eine würdige Frau, die ihre Hand den
Armen und Dürftigen zu jeder Zeit darbot. Sie hatte ein offenes Haus für
die Durchreisenden, um sie zu beköstigen und zu beherbergen, und immerdar
übte sie Mildtätigkeit gegen jedermann“ (Memorbuch). Amschel Moses
(j- 1755), der Vater Meyer Amschels, „war ein Mann, der Gerechtigkeit und
Mildtätigkeit geübt, in seinem Wirken und Streben Treue bekundete und
die festgesetzte Zeit für die Beschäftigung mit der Thora innehielt. Sein
Gebet verrichtete er in Andacht, und sein gastfreies Haus stand jedermann
weit geöffnet“ (Grabschrift). Seine Gattin Schönche (f 1756) „war eine
biedere und würdige Frau, die ihr Gebet in Andacht verrichtete, Milde und
Wohltätigkeit zu jeder Zeit übte, ihr Lob ist nicht auszuzählen" (Grab
schrift). Ähnliche Mitteilungen finden sich über die nicht stammhaltenden
Familienglieder.
5. Quellen zu den beiden ersten Kapiteln: Dietz, A., Die Vorfahren
der Freiherren von Rothschild = Kleine Presse, Frankfurt a. M. 1901, Nr. 167;
Kracauer, J, Geschichte der Judengasse in Frankfurt a. M. — Festschrift
zur Jahrhundertfeier der Realschule der israelitischen Gemeinde, Frank
furt a. M. 1904 (S. 303—464), S. 310, 311, 329, 376 f.; Freimann, A., Stamm
tafeln der Freiherrlichen Familie von Rothschild (gedruckt in 25 Exemplaren,
ein Exemplar auf der Freiherrlich Carl von Rothschildschen Bibliothek),
Frankfurt a. M. 1906, Blatt Iff., 30ff. u. ö.; Dietz, A., Stammbuch der Frank
furter Juden, Frankfurt a. M. 1907, S. 24, 138f., 244ff., darin auch Nach
bildung von D. Merlans Grundplan der Judengasse; Mitteilungen des
Bibliothekars Professor Dr. Freimann und des Baurats Franz von Hoven;
Zeitungsausschnitte, Ansichten und Grundrisse des Hauses zum grünen
Schild sowie Stiftungsbrief der Freiherrlich M. A. von Rothschildschen
Stiftung für die armen Israeliten der Stadt Frankfurt a. M. auf der Freiherrlich
Carl von Rothschildschen Bibliothek; Fftm.: Akten der Stadtkämmerei
Abt. II, Fase. A II, 15a Nr. 97 (1882 Judenquartier Nr. 148, Verwendung),
15c Nr. 29 (1863 Judenquartier, Generalia), 15c Nr. 52, I (1882 Judenquartier,
Verkauf von Bauterrain etc). Letztere Akte befindet sich noch bei der
Stadtkämmerei, ebendaselbst eine solche über die Niederlegung der Juden
gasse. Die Baudenkmäler in Frankfurt a. M. bearbeitet von R. Jung und
J. Hülsen, Lief. 5,1902, S. 252 ff.; Horovitz, M., Inschriften des alten Friedhofs
der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. 1901. Die auf die Roth-
schildsche Familie bezüglichen Inschriften sind mit Auszügen aus dem
Memorbuch bei Freimann ins Deutsche übertragen.
Rothschilds Münz- und Antiquitätenhandel.
6. Cohen, S. J.: Musterhaftes Leben des verewigten Herrn Bankiers
M. A. Rothschild. Frankfurt 1813. Erschien nicht im Buchhandel. Zwei
Exemplare auf der Freiherrlich Carl von Rothschildschen Bibliothek;
S. 13: „Er strebte keineswegs nach einer Rabbinerwürde ..., sondern studierte
seine Religion, um ... ein guter Jude zu sein.“ Die rabbinische Hochschule
in Fürth bestand von etwa 1607 bis 1830. Akten über den Aufenthalt
Meyer Amschels an derselben oder über die Hochschule im allgemeinen sind