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Kurfürst alles verlieren könne, und entschloß sich, ohne von ihm
autorisiert zu sein, einen Teil der Kabinettskassenobligationen an
Lawätz zu senden. Er dachte, auf diese Weise seinem Herrn
wenigstens ein Taschengeld zu sichern. Das erste Paket mit
Obligationen empfing Lawätz am 25. November mit Schreiben des
Buderus vom 24. November; Paket 2 und 3 hatte er am 26.
in Händen. Seine Mitteilung vom 25. November scheint dann
einigermaßen beruhigend gewirkt zu haben 97 .
Immerhin war die Furcht des Kurfürsten, eines Tages von
den Franzosen überrascht zu werden, enorm und bei den damaligen
Zeitläuften nicht unbegründet. Er mußte darauf gefaßt sein, jeden
Augenblick mit seinen Habseligkeiten weiter zu wandern, und
verwahrte daher seine Wertobjekte in Kisten, die meisten vermutlich
in denselben Behältnissen, in denen sie in sein Refugium
gelangt waren. Ein Hauptkistendepot richtete er auf Gottorf ein,
ein anderes später in Itzehoe. Als er dann nach Itzehoe übergesiedelt
war, wurde der Hauptmann Mensing in dem nahegelegenen
Wüster stationiert mit der Weisung, falls der Kurfürst seinen
Aufenthalt verändern müsse, das Gottorfer Depot sicher fortzubringen.
Der Ort Wüster war gewählt worden „wegen des Umgehens
der Straße im Falle einer Surprise“. Mensing wohnte
daselbst unter dem Namen eines Kaufmanns Bruckmann aus
Kolding 98 . Sein Aufenthalt wurde sogar vor den Dienern in Itzehoe
geheim gehalten. Er durfte ohne expressen Befehl niemals in
Itzehoe erscheinen, überhaupt seinen Ort ohne besondere Erlaubnis
nicht verlassen, mußte sich aller Korrespondenz, aller politischen
Gespräche und der Anknüpfung von Bekanntschaften enthalten.
Jede Woche hatte er ein Mal unter des Kriegsrats Schmincke
Adresse an den Kurfürsten zu berichten, bei vorfallenden Nachrichten
aber immediate Meldung durch expressen Boten zu machen 99 .
Die Besorgnis, die bei diesen Vorgängen und Anordnungen
zutage tritt, hinderte den Kurfürsten aber nicht, baldigst eine
regelrechte Vermögensverwaltung anzubahnen. Für diesen Zweck
stand ihm eine Anzahl tüchtiger Männer zur Verfügung. Einige
treue Beamte, darunter der Kriegsrat von Schmincke, der Kabinettskassierer
Knatz, der am 7. November 1806 zum Kriegskommissarius
ernannt wurde, der Sekretarius Delbrück und der Pedell Schäffer
waren mit ihm ins Exil gegangen. Daß der Geheime Kriegsrat
Lennep an seinem Wohnort weiterhin die Interessen des Kurfürsten