Full text : Finanzwissenschaft

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3.  Buch.  Die  Staatsausgaben.

große  Jahr  1688  zurückgehenden  Parlamentsberichtes  folgende

Daten:
Kriegs]  ahre  Anlehen  Steuern
Milhonen  Pfund  Sterling
1688-1697  16,5  16,0
1702—1713  29,4  21,2
1718-1721  1,0  3,5
1739—1748  29,7  13,9
1756—1763  60,0  22,6
1776-1785  94,5  3,0
1793-1815  440,2  391,1
1854—1856  39,7  29,5

Fast  durchgehend  Anleihe  2 / s ,  Steuer  1 / 3 ,  mit  Ausnahme  des
amerikanischen  Unabhängigkeitskrieges,  dessen  Kosten  fast  ganz
aus  Anlehen  gedeckt  wurden.
In  früheren  Zeiten  wurde  die  Deckung  der  Kriegskosten  auf
die  vom  Kriege  heimgesuchten  Länder  und  ihre  Bevölkerung  abgewälzt ­
  ;  der  Krieg  mußte  den  Krieg  ernähren.  So  war  es  möglich,
daß,  trotzdem  der  Kaiser  im  Dreißigjährigen  Kriege  jahrelang  den
Soldaten  keinen  Sold  bezahlte,  dieselben  doch  bei  der  Fahne  blieben,
da  sie  nach  Lust  plündern  konnten,  die  höheren  Offiziere  aber
durch  Verleihung  der  konfiszierten  Güter  schadlos  gehalten  wurden.
Welch  hohe  Besoldungen  damals  den  höheren  Chargen  bezahlt
wurden,  das  ist  daraus  ersichtlich,  daß  nach  Gindely  dieselbe  auf
1000  Gulden  monatlich  stieg.  Außerdem  bereicherten  sich  die
höheren  Chargen  durch  Plünderungen.  Graf  Königsmark,  der  ein
armer  Teufel  war,  scharrte  so  viel  zusammen,  daß  er  seiner  Familie
ein  jährliches  Einkommen  von  130000  Talern  hinterlassen  konnte.
Diese  Beraubung  der  Bevölkerung  vor  Augen  haltend,  sagt  Gindely,
daß  das  Heer  im  Dreißigjährigen  Kriege  mehr  kostete,  als  in
unseren  Tagen  1 ).

XV.  Abschnitt.
Kriegsflnanzen  und  Volkswirtschaft.
Über  den  Einfluß,  nicht  des  Weltkrieges,  was  ja  weit  über  die
Grenzen  unserer  Untersuchungen  hinausreichen  würde,  sondern  über

*)  Gindely,  Dreißigjähriger  Krieg  (Leipzig  1884).
            
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