Full text : Finanzwissenschaft

D.  I.  Abschnitt.  Direkte  und  indirekte  Steuer.

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Eine  Folge  der  indirekten  Bezahlung  ist  auch  der  Umstand,
daß  die  Steuer  in  dem  Preis  der  Ware  verborgen  ist,  wonach  der
Steuerzahler  hiervon  direkte  Kenntnis  nicht  gewinnt.  Der  Staat
hypnotisiert  gewissermaßen  den  Steuerzahler,  so  daß  er  die  Unannehmlichkeit ­
  der  Steuer  nicht  fühlt  und  es  ist  schon  ein  Vorteil,
wenn  die  Operation  schon  nicht  zu  vermeiden  ist,  daß  sie  nicht  empfunden ­
  wird.  Sofern  dies  doch  geschieht,  wird  dies  zu  größerer  Sparsamkeit ­
  aneifem,  was  in  kleineren  Haushaltungen  umsomehr  erfolgen
wird,  —  was  besondere  Beachtung  verdient,  obwohl  dies  bisher  nicht
geschah  —  als  die  indirekten  Steuern  aus  dem  Haushaltungsbudget
durch  die  Hausfrau  bestritten  werden,  während  die  direkte  Steuer
von  dem  Haushaltungsvorstand,  dem  Manne,  getragen  wird.
In  neuerer  Zeit  kommt  dieser  Vorteil  nicht  mehr  allgemein  zur
Geltung,  weil  sich  die  geschäftliche  Sitte  verbreitet,  neben  dem
Preise  der  Ware  die  Steuer  selbständig  figurieren  zu  lassen  und  zur
Verrechnung  zu  bringen.  Diesem  Vorgehen  ist  es  zuzuschreiben,
wenn  manche  die  indirekten  Steuern  in  zwei  Gruppen  scheiden,  die
sichtbaren  und  unsichtbaren  indirekten  Steuern.
Vorteil  der  indirekten  Steuer  ist,  daß  dieselbe  in  kleinen  Beträgen ­
  zum  Ausdruck  kommt  und  sich  so  den  Verhältnissen  der
kleinen  Wirtschaften  besser  anpaßt ,  es  handelt  sich  oft  bloß  um>
Pfennige  oder  deren  Bruchteile.
Da  die  indirekte  Steuer  an  das  Objekt,  an  die  Handlung  anknüpft, ­
  so  bietet  sie  den  Vorteil,  daß  derselben  auch  Ausländer
unterzogen  werden  können,  was  bei  den  direkten  Steuern  seine-Schwierigkeiten
  hat.
Auch  sporadische  Einkommen  werden  leichter  durch  Verbrauchsabgaben ­
  erreicht,  als  durch  direkte  Abgaben.
Infolge  der  Bezahlung  der  indirekten  Abgabe  mit  dem  Preise
der  Ware  selbst,  die  den  Gegenstand  der  Steuer  bildet,  hat  dieselbe
auch  den  Vorteil,  daß  hier  Steuerrückstände  nicht  vorkommen  können;
sie  können  aber  freilich  von  seiten  des  Steuerzahlers  gegenüber  dem.
Fiskus  vorkommen.
Mit  Rücksicht  auf  die  kolossalen  Bedürfnisse  des  modernen
Staates  und  die  noch  unberechenbaren  Dimensionen  der  Budgets  nach
dem  Weltkriege  bieten  die  indirekten  Steuern  den  Vorteil,  daß  die
Liste  der  Steuerobjekte  fast  unerschöpflich  ist.  Die  direkten  Steuern
gruppieren  sich  in  einigen  Hauptsteuem,  die  Kategorien  sind  leicht
erschöpfbar,  in  den  meisten  Staaten  vielleicht  bereits  erschöpft.
Demgegenüber  sind  die  Gegenstände  der  indirekten  Steuern  unzählbar; ­
  selbst  in  der  verzweifeltesten  Lage  ist  es  noch  möglich,
eines  und  das  andere  Objekt  zu  entdecken,  das  noch  nicht  in  An-
            
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