D. I. Abschnitt. Direkte und indirekte Steuern.
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die Einnahme des Tabakmonopols bloß 50000 Grulden, im vorher
gehenden Jahre 300000 Gulden; d) die indirekten Steuern geben
reichlich Gelegenheit zu Reibungen zwischen Staatsbürger und
Staat; Schmuggel, Betrug einerseits, Bestechung von Beamten
andererseits sind an der Tagesordnung. Der Finanzbeamte sieht
in jedem Staatsbürger eine Person, die den Staat betrügen will,
muß also jeden demgemäß behandeln, fortwährend verdächtigen,
nachforschen, spionieren. Die Staatsbürger werden unerträglichen
Plackereien ausgesetzt, so viele Formalitäten müssen beobachtet
werden, in deren Maschen ungestraft sich zu bewegen fast
unmöglich ist. Die Statistik der Gesetzesübertretungen zeigt deut
lich, welche demoralisierende Wirkung die indirekte Steuer auf das
Volk ausübt.
8. Blicken wir auf unsere bisherigen Erörterungen zurück, so
kommen wir zu dem Resultate, daß dieselben für die indirekten
Steuern sich nicht so günstig gestalten, als dies manche neuere
Forscher und manche Staatsmänner glauben machen wollen. Daß
die indirekten Steuern vorläufig nicht zu entbehren sind, scheint
auch mir unzweifelhaft; daß dieselben dort von größerer Bedeutung
sind, wo sich ein Antagonismus gegenüber den direkten Steuern
geltend macht, ist klar. Daß aber dieselben irgendein ideales, voll
kommenes System der Besteuerung bieten würden, ist falsch.
Es wurden Versuche gemacht zur Festsetzung dessen, in welchem
Verhältnisse direkte und indirekte Steuern in einem rationellen
Steuersystem zueinander stehen sollen. Diese Versuche führten
zu keinem Resultate, konnten dies auch nicht, da dieses Verhältnis
von vielen wechselnden Umständen abhängt. Selbst den Reichtum
des Volkes kann man nicht als alleinigen Faktor betrachten, denn
die Erfahrung zeigt, daß die indirekten Steuern sowohl in reichen
als in armen Staaten eine Rolle spielen.
Das Aufsteigen der Mittelklasse ist mit dem Bestreben ver
bunden, die Steuerlast auf die unteren Klassen abzuwälzen. Dies
zeigt sich in hohem Grade in Holland und England, wo diese
Periode namentlich indirekte Steuern und Stempeln in Anspruch
nimmt. In demokratischen Gemeinwesen und demokratischen Pe
rioden sind in der Regel die direkten Steuern überwiegend, in
anderen Staaten und Perioden die indirekten Steuern *). .Doch zeigt
sich auch eine Gegentendenz. Nachdem die privilegierten Klassen
von den direkten Steuern befreit wurden, konnten sie nur durch
indirekte Steuern herangezogen werden.
l ) Seligmann, Essays on taxation 8. 9.