6. Kap. Der internationale Handelsverkehr.
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Möglichkeit, daß der internationale Handel zu übel geleiteter Consnmtion führt
oder umgekehrt auch eine Verminderung derselben nach sich zieht, noch weitere
Ñomplicationen ergeben, welche die genaue Ermittlung des Maßes der heil
samen Folgen, die der Auslandshandel mit sich bringt, unmöglich machen.
Ebenso läßt sich der Antheil, welchen eine jede der beim internationalen Handel
^heiligten Nationen im Verhältniß zu den übrigen daraus zieht, nur ganz
^bestimmt berechnen. Stehen sich einerseits scharfsinnige und thätige, auf
Gewinn erpichte Kaufleute aus einer civilisirten Nation, auf der andern Seite
Landleute, Jäger und Gewerbsleute ohne geeignete Organisation gegenüber,
şo fällt der Löwenantheil am Gewinne den erstern zu. Das ist z. B. bei
Handel der Europäer mit den Eingebornen Afrikas häufig genug der
'^ll. Wo sich aber hoch entwickelte Nationen gegenüberstehen, wenn Engländer,
putsche, Belgier, Franzosen, Holländer und Nordamerikaner miteinander in
Handelsbeziehungen treten, läßt es sich schwer nachweisen, wer im einzelnen
Şalle den größern Gewinn macht, und ist dies in den meisten Fällen über-
^oupt nicht möglich. Unter gewissen Umständen tritt es allerdings klar zu
wer am meisten profitirt, und zwar dann, wenn eine außergewöhn-
^ Nachfrage nach gewissen Gegenständen herrscht, wie das beim Aus-
^uch des Bürgerkrieges in den Vereinigten Staaten vorkam, als gewisse
'^Negsbedürfniffe beschafft werden mußten, oder umgekehrt, wenn ein über
mäßig großes Angebot zum Export bestimmter Güter stattfindet. Im erstern
wll werden die Völker, welche Vorräthe zu liefern vermögen, im letztem die
Abnehmer auftretenden Nationen im entschiedenen Vortheile sein. Be
ters klar tritt die Thatsache, daß sich eine Nation einer andern gegenüber
uu Vortheil befindet, zu Tage, wo factische Monopole bestehen. Wenn eine
A von Gütern nur in einein einzigen Lande erzeugt wird, so kann dieses
on den ausländischen Consúmente» sogar eine Steuer in Gestalt von Aus
fuhrzöllen erheben. Daß ihm in der Regel auch der größere Theil des ge
kochten Gewinnes zufällt, ist ganz selbstverständlich.
r Aus dem soeben Gesagten ergibt sich die Schlußfolgerung, daß es nur
.ochst selten vorkommen wird, daß der in Geld ausgedrückte Gesamtpreis der
Abortirteli Güter demjenigen der ausgeführten gleichkommt. Eher könnte
oņ geneigt sein anzunehmen, daß die Preise des einen Jahres denen de?
jst ^ņben Jahres bis zu einem gewissen Grade gleich wären. Aber auch das
ņîcht der Fall; es finden vielmehr von Jahr zu Jahr bedeutende ^chwan-
ņ^en statt. Die Ursachen derselben sind hauptsächlich die folgenden:
¡i 1 - Die Anlehen, welche Einzelne, Korporationen oder die Regierungen
Auslande machen. In solchen Fällen geht das dargeliehene Kapital außer
es. ist also zu den exportirten Gütern zu rechnen, während die gezahlten
E^kssen zum Import zu rechnen sind.