Full text : Finanzwissenschaft

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4.  Buch.  V.  Teil.  Die  Steuern.

Vermögen  eingefügt  werden,  wie  Erbschaften,  Gewinne  usw.  Eine
weitere  Schwierigkeit  verursacht  jener  Umstand,  daß  die  Bedürfnisbefriedigung ­
  nicht  nur  mittels  neu  eintretender  Güter  geschieht,
sondern  vermittels  solcher,  die  bereits  zum  Besitz  gehören,  sowie
mit  solchen,  die  aus  der  Produktionstätigkeit  des  Individuums  sich
ergeben;  hierzu  gehören  unentgeltliche  Wohnung,  Heizung,  Beleuchtung, ­
  Reise,  Bedienung,  unentgeltlicher  Genuß  der  zum  eigenen
Vermögen  gehörenden  Gegenstände,  unentgeltliche  Inanspruchnahme
der  aus  der  eigenen  Beschäftigung  sich  ergebenden  Güter,  Dienstleistungen, ­
  Vorteile  usw.  Es  unterliegt  keinem  Zweifel,  daß  ein
großer  Unterschied  in  der  wirtschaftlichen  Lage  zweier  Individuen
besteht,  also  auch  in  deren  Leistungsfähigkeit,  von  denen  jedes  ein
Geldeinkommen  von  5000  Mark  genießt,  von  denen  jedoch  das  eine
ausschließlich  nur  dieses  Geldeinkommen  besitzt,  das  andere,  z.  B.
der  Sekretär  einer  hohen  Persönlichkeit,  überdies  vollständig  unentgeltlich ­
  mit  allem  versorgt  wird:  Kost,  Wohnung,  Kleidung
ärztliche  Pflege,  Reise  usw.  also  das  Gehalt  ganz  oder  fast  ganz
zur  Vermögensbildung  verwenden  kann.  Es  wäre  unmöglich,  diesen
Unterschied  in  der  wirtschaftlichen  Lage  bei  der  Besteuerung  nicht
zu  berücksichtigen,  freilich  mit  mikroskopischer  Genauigkeit  kann
nicht  vorgegangen  werden,  also  z.  B.  in  das  Einkommen  des  Advokaten, ­
  der  seine  Familie  mit  juristischem  Rat  und  juristischer
Intervention  versieht,  das  anzurechnen,  was  andere  Familien  darauf
aus  ihrem  Einkommen  zu  verwenden  haben,  beziehungsweise  den
Gegenwert  dieser  unentgeltlichen  Leistungen  wäre  kaum  durchführbar. ­

Wie  weit  sich  diese  Auffassung  in  den  positiven  Gesetzen
widerspiegelt,  dafür  kann  namentlich  folgende  Orientierung  Stützpunkte ­
  bieten,  wofür  wir  bei  Schanz  Daten  finden.  Überall
werden  die  vom  Produzenten  erzeugte  und  von  ihm  und  seiner
Familie  verbrauchten  Produkte  ins  Einkommen  eingerechnet.
Hiervon  finden  sich  nur  wenig  Abweichungen,  so  in  Baselland,  Nordamerika. ­
  Hinsichtlich  des  Nutzvermögens  wird  überall  die  im  eigenen
Hause  benutzte  Wohnung  in  das  Einkommen  eingerechnet;  Ausnahme ­
  hiervon  findet  sich  in  Mecklenburg.  Die  Benutzung  anderer
Bestandteile  des  Nutzvermögens,  so  Kleider,  Wäsche,  Mobiliar,
wird  in  der  Regel  in  das  Einkommen  nicht  eingerechnet,  was  auch
begreiflich  ist.  Einzelne  Gesetze  heben  dies  speziell  hervor.  Die
von  dritten  Personen  gewährten  unentgeltlichen  Leistungen  werden
in  das  Einkommen  eingerechnet,  so  Naturalien,  Wohnung,  Amtskleidung ­
  usw.  Eine  wichtige  Frage  bildet  die  Berücksichtigung
der  Wertsteigerungen  und  Wertminderungen;  hierher  gehören
            
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