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Bifch-Hitaui[de Landrüden, der durdh die Städte SGumbinnen, Kowno,
Wilkomir und Friedrihfjtadt bezeidnet wird. Abzweigungen [ind die
„Taljher Berge“ im Nordwelten. Der Südolten Litauens ijt ein
flacdwelliges, jeendurdfektes Hügelland, das teilweije an Mafuren er-
innert. Suwalti enthält im Norden eine Ehene mit wertvollen Wald-
beitänden, wird nad Süden zu Hügeliger und verläuft gegen Grodno
in eintönigen Kiefernwäldern auf fandigem Boden, der deutlid auf
jeine Entjtehung aus prähijtorijder Gletjdherzeit Hinweilt.
Die Füljfe Litauens gehören fajt fämtlid zum Quellengebiet der
Memel. Zu nennen find außer diefer die Sche[Huppe in Suwalli, die
bei Kowno mündende Wilija mit der Schhwenta, die Nevejda mit
Daimonka und Sohuldhwa, die Dubijja, die Yura mit einigen Neben-
jlüffen, die Minja und die Donja. Nordlitauen wird durchitrömt von
der Windan und den QuelNlflüffen der kurijdhen Aa. — —
Das Boll der Litauer it indogermanijher Herkunft und teht
sthnographifdh in der Mitte zwijhden den baltijdHen Bölfern, den Letten
und den ausgejtorbenen Preußen und Sudauern einerfeits, und den
jlawifden Bölfern andererfeits. Es ijt Heute nicht mehr von einheit-
ligjer Ralfe, trogdem es im allgemeinen auf reines Blut hält. Zu
den Kreuzungen einer primitiven Zeit Kamen in neuerer andere, Jind
doch die Städte des Landes polnijh-jüdifh, der Grokbefiß polni[d,
während die Beamtenfdhaft feit fajt einem Iahrhundert ruffijd war
und die rullilde Soldatesia wirr zulammengewürfeltes MenjdHenmaterial
znthielt, So finden wir in Litauen Hell- und Dunkelhaarige, Lang-
jhädel und Kurzlöpfe, Hocdhgewadjene und Mittelgroke. 9/,0 gehören
ber römi[dh-fatholildHen Kirdhe an, 1/,9 ilt reformiert und Iuthe-
ranifh, orthodox find Heute fajt nur nod) die wenigen rujlijden Nolo-
niftendörfer. Die Juden Haben ihren eigenen [trengen Glauben bes
wahrt. —
Sefchichte
Unfere Kenntinifje der ältelten Gefhihte Litauens find geringe.
Erjt 1217 tritt es uns unter Rimgaudas als felbjtändiger Staat
entgegen, zu einer Zeit, wo nod) jtändig Sage und Gejdhichte durd)-
einandergehen, und entwidelt [id 1235 zum Grokßfürftentum,
KRimgaudas Sohn, Mindaugas (Mindowg) ließ jiH taufen, zum
König Irönen, trat aus politijden Gründen dann wieder zum Heiden-
tum 3urüd und wurde 1261 von Verwandten ermordet, Aus den
Wirren, die nad feinem Tode eintraten, führte der vom Bolfe gewählte
Bitenis das Land zu neuer Gejundung.
Unter deffen Sohne, Gediminas (1315—1328) begann der große
politiide Aufichwung, der Litauen in die NMeihe der Grokmächte ein-