Full text : Finanzwissenschaft

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5.  Buch.  Der  Staatskredit.

Androhung  von  Zwangsmaßregeln.  Auch  Zwangs-  und  Prämienanlehen
  kamen  in  Vorschlag.  Auch  wurde  darauf  hingewiesen,  daß
bei  Mißerfolg  der  Anlehen  zu  solchen  Mitteln  gegriffen  werden
mußte,  die  neue  Kaufkraft  schaffen  und  so  neue  Preissteigerung
hervorrufen  würde.  Es  mußte  der  Minimalkurs  der  Konsole  festgesetzt ­
  werden  (66 1 / 2 ).  Erfolgreicher  als  die  innere,  war  die  äußere
Anlehenspolitik,  die  namentlich  die  Zahlungsmittel  für  Käufe  an
Lebensmitteln,  Munition  usw.  liefern  sollte.  Von  der  Einziehung
aller  ausländischen  Guthaben  abgesehen,  wurden  bedeutende  Anlehen ­
  kontrahiert.  Die  erste  Anleihe  wurde  mit  Frankreich  gemeinsam ­
  aufgenommen  im  Betrage  von  500  Mill.  Dollar  auf  5  Jahre;
1916  wurden  zwei  Anlehen  ausgenommen,  zu  250  und  300  Mill.  Dollar.
Für  beide  Anlehen  mußten  Wertpapiere,  hauptsächlich  neutraler
Staaten  als  Sicherheit  hinterlegt  werden,  für  beide  Anlehen  im
Betrage  von  660  Millionen  Dollar  (!).  Es  wurden  ferner  Anlehen
in  Japan,  Kanada,  Norwegen,  Holland  usw.  aufgenommen.  Außerdem ­
  nahm  die  Bank  von  England  in  Amerika  Vorschüsse  auf  und
wurde  auch  der  Einzelkredit  stark  in  Anspruch  genommen.  Die
Verbündeten  mußten  von  ihrer  Notenreserve  an  England  abgeben,
das  wieder  immense  Beträge  an  Gold  nach  Amerika  zu  senden  hatte.
Die  Lage  gestaltete  sich  oft  höchst  schwierig;  England  sollte  den
Bedarf  an  Kriegsmaterial  beschaffen,  aber  auch  Soldaten  geben,
nun  konnte  jedes  der  Ziele  nur  auf  Kosten  des  anderen  befriedigt
werden.  England  muß  seinen  Besitz  an  ausländischen  Wertpapieren
versilbern.  Bloß  bis  Ende  1916  wandern  von  diesen  Wertpapieren
8  Milliarden  nach  Amerika.
Die  bedeutendsten  Anlehen  Englands  waren:
4V2  prozentige  Kriegsanleihe  899,9  Mill.  £
5  prozentige  Exchequer  Bonds  155,3  „  „
Schatzwechsel  559,9  „  „
Victory  Loan  966,0  „  „
Frankreich  hat  bei  Ausbruch  des  Krieges  hauptsächlich  die
Bank  in  Anspruch  genommen,  wenn  auch,  wie  Jöze  sagt,  mit  einer
großen  Vorsicht,  um  nicht  eine  neue  Periode  der  Assignaten
heraufzubeschwören.  Außerdem  wurden  Schatzscheine  ausgegeben
und  namentlich  zur  Bezahlung  der  Heereslieferungen  verwendet
Dann  wurden  Darlehen  bei  den  Privatdepots  verwaltenden  öffentlichen ­
  Kassen  aufgenommen,  eine  alte  Sitte,  der  nun  durch  verschiedene ­
  Maßregeln  eine  größere  Ausdehnung  gegeben  wurde.
Es  sei  noch  bemerkt,  daß  auch  Zahlungen  auf  die  noch  vor  Ausbruch ­
  des  Krieges  kontrahierte  tilgbare  S'U  prozentige  Schuld
            
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