Handelspolitik.
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Nebeneinander der verschiedenen Richtungen, wenn auch zur
zeit die Neigung zum Schutzzölle stark überwiegt, und inner
halb jeder Richtung die größten Abweichungen zwischen den
einzelnen Ländern. Die Wissenschaft kann in diesen Dingen
eine endgültige und unbedingte Entscheidung nicht treffen.
Die Handelspolitik der einzelnen Volkswirtschaften vollends
richtet sich nicht nach der wissenschaftlichen Lehre, sondern nach
den tatsächlichenBedürfnissen,und insofern istder inderWissen-
schaft noch immer nicht verstummte Streit über Freihandel
und Schutzzoll für unsere Zeit ohne Bedeutung. Viel wichtiger
war er für das tatsächliche Vorgehen in der Zeit, in der es
sich dämm drehte, zunächst die alte, mit den Bedürfnissen nicht
mehr vereinbare Gebundenheit des wirtschaftlichen Lebens
überhaupt zu beseitigen und die Geister für eine solche Uni-
wälzung zu gewinnen, und in der Zeit, in der die einzelne
Volkswirtschaft vor der Entscheidung der Frage stand, ob sie
in gewerblicher Hinsicht dauernd hinter anderen nachhinken
und von ihnen abhängig bleiben oder aber den kühnen Versuch
wagen sollte, ihnen durch grundsätzliche Veränderung der
allgemeinen Richtung öerHandelspolitik ebenbürtig zu werden.
In der ersteren Zeit hat Adam Smith, in der zweiten Friedrich
List seine Lehren entwickelt, und die Einseitigkeit der Auf
fassung, die sich in gewissem Umfange bei beiden findet, erklärt
sich aus diesem Zusammenhang ohne weiteres. Bon der
Listschen Auffassung, daß nur für das Gewerbe Schutzzölle
in Frage kommen, hat die gewaltige Verschärfung des Wett
bewerbes der landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus Ländern mit
einfacher landwirtschaftlicher Betriebsweise abgedrängt. Aber
seine Lehre von der nur bedingten Bedeutung aller handels
politischen Richtungen hat sich immer mehr Eingang ver
schafft, und nur in ganz engen Kreisen besieht noch der Glaube
an den unbedingten und allgemeinen Wert der Smithschen
Freihandelslehre.