Full text: Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

Fünftes Kapitel. 
Die wirtschaftlichen und politischen Motive. 
Wir wenden uns nun zu den eigentlichen wirtschafts 
politischen Motiven, die England zur Abolition nötigten, und 
unterscheiden dabei drei durch markante politische Ereignisse 
gesonderte Perioden, die, wie für die ganze damalige Zeit, 
so insbesondere für den Sklavenhandel von ausschlaggebender 
Bedeutung geworden sind. Dies sind : 
I. Die Periode von 1783—1793, d. h. die Zeit vom 
Eriedensschlufs mit den unabhängigen Vereinigten Staaten von 
Nordamerika bis zum Ausbruch des Krieges mit der ersten 
Iranzösischen Republik. 
Sie kennzeichnet sich durch rasche Fortschritte in der 
Abolitionsbewegung, die mit dem Niedergang der britischen 
Plantagenwirtschaft in Westindien im Zusammenhang stehen. 
II. Die Kriegszeit von 1793—1802. 
Sie führt, indem sie dem britischen Kolonialhandel zu 
einem glänzenden Aufschwung verhilft, zu einer vorüber 
gehenden, letztmaligen Ausdehnung des britischen Sklaven 
handels. — 
III. Die Zeit der Abolitionsgesetzgebung von 1802—1807. 
Durch Verschiebung der politischen Konstellation gerät 
örofsbritannien wieder in eine mifsliche Lage. Es verliert 
se in Kolonialhandelsmonopol und greift nun zu Mafsregeln, 
welche seinen Handel von der Konkurrenz des Auslandes be 
freien sollen. Dies führt zum Verbot der Sklavenlieferungen 
nn die feindlichen Zuckerinseln. Durch die Erwerbung neuer 
Kolonien kommt im Interesse der alten auch der Rest des 
Sklavenhandels zu Fall. 
Forschungen XXV. 1 (116). — Hochstetter. 
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