Fünftes Kapitel.
Die wirtschaftlichen und politischen Motive.
Wir wenden uns nun zu den eigentlichen wirtschafts
politischen Motiven, die England zur Abolition nötigten, und
unterscheiden dabei drei durch markante politische Ereignisse
gesonderte Perioden, die, wie für die ganze damalige Zeit,
so insbesondere für den Sklavenhandel von ausschlaggebender
Bedeutung geworden sind. Dies sind :
I. Die Periode von 1783—1793, d. h. die Zeit vom
Eriedensschlufs mit den unabhängigen Vereinigten Staaten von
Nordamerika bis zum Ausbruch des Krieges mit der ersten
Iranzösischen Republik.
Sie kennzeichnet sich durch rasche Fortschritte in der
Abolitionsbewegung, die mit dem Niedergang der britischen
Plantagenwirtschaft in Westindien im Zusammenhang stehen.
II. Die Kriegszeit von 1793—1802.
Sie führt, indem sie dem britischen Kolonialhandel zu
einem glänzenden Aufschwung verhilft, zu einer vorüber
gehenden, letztmaligen Ausdehnung des britischen Sklaven
handels. —
III. Die Zeit der Abolitionsgesetzgebung von 1802—1807.
Durch Verschiebung der politischen Konstellation gerät
örofsbritannien wieder in eine mifsliche Lage. Es verliert
se in Kolonialhandelsmonopol und greift nun zu Mafsregeln,
welche seinen Handel von der Konkurrenz des Auslandes be
freien sollen. Dies führt zum Verbot der Sklavenlieferungen
nn die feindlichen Zuckerinseln. Durch die Erwerbung neuer
Kolonien kommt im Interesse der alten auch der Rest des
Sklavenhandels zu Fall.
Forschungen XXV. 1 (116). — Hochstetter.
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