Full text : Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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Wirtschaft,  wird  in  gleiche  Teile  zwischen  die  auswandernden  Kinder
geteilt.  Es  ist  also  leicht  zu  begreifen,  daß  auf  einem  ganz  besetzten ­
  und  urbar  gemachten  Gebiet  diese  soziale  Organisation  es
ist,  die  allen  Individuen  das  größtmögliche  Wohlergehen  sichert  und
den  Völkern  die  stärkste  Beteiligung  an  der  Ausdehnung  über  die
unbesetzten  und  unkultivierten  Gebiete  der  beiden  Hemisphären.  Der
Anerbe  ist  gehalten,  alle  Früchte  seiner  Arbeit  der  Ausstattung  seiner
Brüder  und  Schwestern,  dann  der  seiner  eigenen  Kinder  zu  opfern.
Um  dieses  Ziel  zu  erreichen,  bedient  sich  der  Erbe  eines  alten
Bauernhofes  wertvoller  Hilfsmittel,  die  in  den  bevölkerten  Gebieten
der  „armen  Eigentümer“  zerstört  sind.  Er  hat  lange  Zeit  die  Mitarbeit ­
  und  die  Katschläge  eines  erfahrenen  Vaters.  Er  genießt
Achtung,  Einfluß  und  den  Kredit,  den  die  Leitung  einer  Stammfamilie ­
  gibt,  die  durch  Arbeit  und  Tugend  gestützt  wird  und  seit
Jahrhunderten  auf  der  Scholle  sitzt.  Er  kann  also  die  Kinder  unter
den  günstigsten  Umständen  ausstatten,  sodaß  sie  die  nötigen  Eigenschaften ­
  haben,  um  in  der  Hauptstadt  vorwärtszukommen;  und  so
sieht  man  Bauernsöhne  sich  zu  höheren  Gesellschaftsstufen  erheben,
sobald  sie  besonders  begabt  sind.  Was  die  Kinder  anbetrifft,  die
ins  Ausland  gehen,  so  geht  es  ihnen  allen  gut  unter  dem  wohltätigen
Einfluß  der  „reichen  Auswanderung“.  Die  bewundernswerten  Bauernstämme, ­
  die  vorstehend  beschrieben  sind,  sichern  so  das  Glück
ihrer  Kinder,  obwohl  das  Gebiet  ganz  besetzt  ist;  sie  besorgen
selbst  im  Zustand  absoluter  Freiheit  ihre  gemeinsamen  Interessen;
endlich  haben  sie  nicht  die  Unterstützung  der  Regierung  nötig,  um
ihrem  Volk  ein  Kolonialreich  zu  schaffen,  und  arbeiten  an  der  sittlichen ­
  Verbesserung  der  wilden  Völker.
Die  europäischen  Völker  mit  unfruchtbaren  Familien  sind  auf
unserem  Kontinent  seit  der  Zeit  des  römischen  Niederganges  fast
ganz  unbekannt  gewesen.  Sie  erstehen  jetzt  wieder  in  Frankreich
im  Gegensatz  zu  den  Traditionen  der  zwölf  letzten  Jahrhunderte.
Dieses  Unglück  führt  auf  unserem  Boden  eine  Zeit  der  sozialen  Desorganisation ­
  herbei,  die  noch  verdeckt  ist  durch  den  Anschein  von
Gedeihen,  die  aber  dem  aufmerksamen  Beobachter  augenscheinlich
ist.  Wie  zur  Zeit  des  oströmischen  Kaiserreichs  ist  das  Übel  schon
groß  und  es  wird  täglich  verstärkt  durch  drei  Ursachen:  die  gesteigerte ­
  Anhäufung  der  Reichtümer;  den  Verlust  der  Moral,  durch
Müßiggang,  Egoismus  und  die  Laster  der  Sinnlichkeit;  durch  die
Vernichtung  der  väterlichen  Autorität.  Heute  wie  vor  15  Jahrhunderten ­
  würden  viele  Väter  bereit  sein,  gegen  dieses  Übel  an ­
            
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