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Die Methode der Monographie, so fährt er fort, zeigt deutlich die Unver
änderlichkeit der beiden Grundelemente (göttliches Gebot, väterliche Gewalt)
und ebenso die Anpassung der fünf variablen Elemente an die Verhältnisse
des Ortes und der Zeit .... Was jene ersten beiden Elemente betrifft,
so sind die sorgsamsten Beobachter überzeugt, daß eine einzige Mono
graphie genügt, die monatelang in ländlicher Umgehung bei einem ge
deihenden Volke aufgenommen ist, unter einfachen oder unter komplizierten
Verhältnissen. Hinsichtlich der 5 variablen Elemente haben dieselben Beob
achter es für angemessen erachtet, ihre Studien auf mehrere Berufsarten und
auf verschiedene Bangstufen dieser Berufsarten auszudehnen. Aber durch
Vergleich von drei oder vier Monographien haben sie immer festgestellt, daß
die Fortsetzung dieser Untersuchungen zu keinem neuen Ergebnis führen
würde. In der Übereinstimmung und Allgemeinheit einer kleinen Zahl von
Monographien beruht die Einfachheit und demgemäß die praktische Nutzbarkeit
der Methode').
In der von Le Play’s Schüler Fo eil Ion später verfaßten, von
dem Meister genehmigten Instruktion für die Aufnahme von Mono
graphien sind für die richtige Auswahl der Familien noch speziellere
Anweisungen gegeben, welche zeigen, daß diese Auswahl doch nicht
so leicht war, wie es nach den eben wiedergegebenen allgemeinen
Anschauungen den Anschein haben könnte. Es heißt dort z. B.:
man muß eine Durchschnittsfamilie wählen, jedenfalls eine Familie,
die aus der Gegend stammt und nicht erst zugewandert ist; sie soll
mittlere Existenz-Bedingungen zeigen, also weder nach oben noch
nach unten in ihrer materiellen wie moralischen Lage wesentliche
Besonderheiten enthalten. Vor allem soll es eine richtige Familie
sein, die aus zwei Eltern und mehreren Kindern besteht. Auch die
Zahl der Kinder muß dem allgemeinen Durchschnitt einigermaßen
entsprechen. Sehr wichtig ist, daß die Familie sich gern zur Be
obachtung hergibt. Den Zutritt zur Familie erlangt man in Gegen
den, wo der soziale Friede herrscht, durch den „Patron“ des Ar
beiters, sonst durch Vermittlung einflußreicher und Vertrauen er
weckender Persönlichkeiten.
Das sind einige der Richtlinien, die Le Play seinen Schülern
für die Aufnahme von Familien-Monographien mitgegeben hat. In
wieweit sie genügten, wird sich später ergeben.
Die Monographie. 1. Das Schema. Die Masse der Tatsachen,
die Le Play von jeder einzelnen Familie zu erfahren für wichtig
hielt, mußte geordnet werden, wenn er sie verwerten wollte. Zu
dem Zwecke war ein Schema erforderlich:
*) 0. E. I, 218.
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