als durch die neue Form gewerblicher Produktion größere
Kapitalinvestierungen nötig wurden; was andererseits die Anhäufung
großer Kapitalien in einzelnen Händen erforderte. Es
beginnt das gesamte deutsche Bankwesen in ein neues Stadium
einzutreten. Der bisher als Alleinherrscher auf dem Kapitalmarkt
dominierende Privatbankier wird durch die Aktiengesellschaftsform
verdrängt. Die kleine Unternehmung muß der
größeren weichen. Der Großbetrieb vervollkommnet sich immer
mehr und gewinnt Schritt für Schritt dem Privatbankier an
Boden ab.
Um mächtig und mächtiger ihren Einfluß zu gestalten,
fusionieren allmählich die Banken. Es entstehen die mächtigen
Großbankkonzerne, Riesengebilde, wie sie uns auf industriellem
Gebiete in der Form von Trusts, Kartellen und Syndikaten
verkörpert werden.
Beide, die Bankkonzerne und die industriellen Verbandsorganisationen,
sind miteinander und durcheinander groß geworden.
Die Banken unterstützen heute noch die Konzentration
der Industrie: Indirekt durch ihre finanzielle Unterstützung und
direkt durch unmittelbares Eingreifen, um die ihre Entwicklung
hemmenden Konkurrenzunternehmungen sich anzugliedern und
sie so vom Wettbewerb auszuschalten. Andererseits wieder
zieht die Großindustrie die Machtvergrößerung und den Kapitalzuwachs
der Banken indirekt durch ihren Kredithunger groß,
der sich in den zahlreichen Emissionen von Industriewerten
auf dem Kapitalmärkte äußert.
Die direkten Ursachen, die zur Konzentration im deutschen
Bankwesen führten und den Großbanken zu ihrer heutigen
Kapital- und Machtstärke verhalfen, sind bereits in den Werken
von Rießer, Wallich, Blumenberg u. a. ausführlich dargelegt.
Die ganze Bewegung hat allmählich einen solchen Umfang
angenommen, daß auch Provinzbanken sich zu einem Zusammenschlüsse
verstehen mußten. Eine auf territoriale Gebiete Deutschlands,
wie Baden, beschränkte Darstellung all der Momente, die
zu der Konzentration der Banken in Baden führten, dürfte
daher gewiß lohnen. Dies soll die Aufgabe der vorliegenden