Metadata : The nature of capital and income

144  Dritter  Abschnitt.  Einfluß  des  Konjunkturwandels  und  der  Krisen.

Versuche,  auf  welche  einzugehen  über  den  Rahmen  dieser  Ausführungen ­
  hinausgehen  würde.  Wir  wollen  nur  noch  ganz  im  allgemeinen ­
  betrachten,  welchen  Änderungen  diese  Liquidität  der  Kreditbanken ­
  unter  dem  Einflüsse  der  Konjunktur  unterliegt  und  welche
Mittel  diese  Banken  anwenden,  um  eine  bedrohte  Liquidität  zu
schützen.
Zu  den  kurzfälligen  Verbindlichkeiten  rechnet  man  im  allgemeinen ­
  die  Kreditoren,  Akzepte  und  Depositen,  zu  den  liquiden
Mitteln  die  Kasse,  die  Lombards,  die  Effekten,  Wechsel  und  Reports. ­
  Von  den  letzteren  wird  später  noch  zu  reden  sein.  Man  kami
auch  noch  genauer  Vorgehen,  indem  man  auch  hier  wieder  abstuft,  je
nachdem  diese  verfügbaren  Mittel  leichter  oder  weniger  leicht  greifbar ­
  sind.  Die  Berechnungen,  welche  über  den  Liquiditätsgrad  bisher
von  den  verschiedensten  Seiten  angestellt  worden  sind,  sind  aus  in
der  Natur  der  Sache  liegenden  Gründen  reichlich  unvollkommen.  Dest
halb  soll  an  dieser  Stelle  darauf  verzichtet  werden,  für  die  Entwicklung ­
  der  Liquidität  im  Wandel  der  Konjunktur  zahlenmäßige  Angaben ­
  zu  machen 1 ).  Daß  diese  Liquidität  sich  jedoch  im  Wandel
der  Konjunktur  ändern  muß,  wenn  nicht  irgendwelche  starke  Gegentendenzen ­
  vorhanden  sind,  ergibt  sich  aus  dem  oben  Gesagten.  Mit
aufsteigender  Konjunktur,  vor  allem  in  den  Zeiten  einer  ausgesprochenen ­
  Hausse,  muß  eine  Tendenz  zur  Verschlechterung  dieser
Liquidität  schon  dadurch  eintreten,  daß  in  dieser  Zeit  infolge  der
angespannten  Lage  auf  dem  Geldmarkt,  wenn  dem  nicht  andere
Faktoren  entgegentreten,  die  Kreditgewährung  der  Banken  sehr  stark
zunimmt.  Das  zeigt  sich  vor  allem  auch  auf  dem  Debitorenkonto,  bei
dem  es  sich  vielfach  auch  um  recht  langfristige  Kredite  handelt.
Es  kommt  dann  ein  Zeitpunkt,  an  dem  die  Banken  darauf  sehen
müssen,  ihre  Verhältnisse  liquider  zu  gestalten.  Das  tritt  in  der
Regel  nicht  während  einer  aufsteigenden  Konjunktur  ein,  sondern
erst  auf  ihrem  Höhepunkte,  wenn  sich  schon  Symptome  eines  Umschwunges ­
  zeigen,  oder  wenn  von  außen  kommende  Faktoren,  wie
z.  B.  solche  politischer  Natur,  die  Banken  zur  Vorsicht  malmen.
Hier  werden  dann  die  Banken  zurückhaltender  in  der  Kreditgewährung, ­
  mitunter  können  sogar  umfassende  Kündigungen  langfristiger
Kredite,  vor  allem  auch  der  Vorschüsse  für  Börsengeschäfte,  von
denen  gleich  noch  eingehender  die  Rede  sein  wird,  eintreten.
Auf  der  einen  Seite  haben  wir  es  hier  also  in  diesen  Maßnahmen
mit  einer  gewissen  Reaktion  der  den  Banken  drohenden  Konjunktur-R
  Vgl.  dazu:  Schulze-Gävernitz,  a.  a.  0.  S.  12  ff.  —  Riesser,
a.  a.  0.  S.  449  ff.  —  und  die  alljährlichen  Berechnungen  des  Deutschen  Ökonomist. ­

            
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