Full text : München als Industriestadt

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anfangs  der  70er  Jahre  einsetzte,  überwunden,  weil  sie  schon
damals  gut  fundiert  war.  Um  aber  während  dieser  Zeit  sich
den  guten  Stamm  von  Arbeitern  zu  erhalten,  griff  die  Firma
zur  Fabrikation  von  Werkzeugen  und  Schulmöbeln,  aber  schon
anfangs  der  achtziger  Jahre  ging  man  auf  die  alte  Produktion
zurück  und  stellte  bis  1900  eine  große  Anzahl  von  Personenund
  Güterwagen  her.  Auch  große  Salonwagen  für  verschiedene
Fürsten  in  Deutschland  entstammen  dieser  Arbeitsperiode.  Eine
Reihe  von  Jahren  wurde  dann  mit  dem  Bau  von  anderen
Straßenfahrzeugen  für  das  Münchener  Stadtbauamt  ausgefüllt.
Im  Jahre  1896  begann  die  Umwandlung  der  Pferdestraßenbahn ­
  zum  elektrischen  Betrieb,  was  ein  reges  Absatzgebiet
schuf.  Innerhalb  4  Jahren  wurden  über  300  Motorwagen
größtenteils  für  München  selbst  gebaut.  Heute  befaßt  sich  der
Betrieb  neben  dem  Bau  jeder  Gattung  von  Personen-  und
Güterwagen  mit  der  Herstellung  und  Reparatur  von  Lastautomobilen, ­
  ferner  Militärfahrzeugen,  Eisenkonstruktionen,
Ausbau  von  Dampfbooten,  Straßenbahn-  und  Straßenfahrzeugen. ­
  Das  Etablissement  hat  sich  aus  ganz  kleinen  Anfängen
in  den  letzten  20—30  Jahren  mächtig  entwickelt.  Während
bei  der  Gründung  nur  der  abwägende  Geist  des  Kaufmanns
maßgebend  war,  wurden  in  diesen  Jahren  bei  baulichen  Veränderungen ­
  und  Vergrößerungen  des  Betriebes  volkswirtschaftliche ­
  Erwägungen  ausschlaggebend.
Die  Stadt  München  gab  dem  Werke  im  Jahre  1900  keine
Erlaubnis  mehr  bauliche  Veränderungen  im  großen  Stil  vorzunehmen. ­
  Da  die  Preise  der  Bauplätze  auf  dem  Marsfeld
heute  um  das  200fache  gegenüber  den  Preisen  bei  der  Anlage ­
  der  Fabrik  im  Jahre  1851  gestiegen  sind,  war  eine  Verschiebung ­
  der  Industrie  aus  dem  Zentrum  der  Stadt  in  den
Vorort  Münchens,  nach  Moosach,  die  notwendige  Folge.  Hier
kaufte  die  Firma  einen  Platz,  der  viermal  so  groß  ist,  wie
das  Areal  auf  dem  Marsfelde  und  nur  die  Hälfte  des  Bodenpreises ­
  desselben  ausmacht.  Dieser  große  Bauplatz  war  notwendig, ­
  denn  heute  beziffert  sich  die  Jahresleistung  der  Firma
auf  nahezu  vier  Millionen  Mark.  Außerdem  verlangt  eine  Waggonfabrik ­
  sehr  viel  Raum,  mehr  wie  eine  Maschinenfabrik,
deren  Produkte  kleiner  und  hochwertiger  sind.  Der  geringe
            
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