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Schaufensterdekoration, endlich in der gesamten kirchlichen
Kunst. Es darf in dieser Verbindung vielleicht erwähnt werden,
daß das bekannte deutsche Theater in seiner Innenausstattung
und Wanddekoration fast vollständig aus Plastoidmaterial besteht.
Diese junge Münchener Industrie, die wohl erkannt hat,
daß dem Publikum von zeitgenössischer, künstlerischer Reliefkunst
viel zu wenig gediegene Arbeit geboten wird, hat sich
die Aufgabe gestellt diese Lücke dadurch auszufüllen, daß sie
mit den ortsansässigen großen Künstlern vertragsmäßige Abmachungen
über Lieferung geeigneter Modelle einging.
Hohen volkswirtschaftlichen Wert gewinnt das, Unternehmen
dadurch, daß es an der Ausbildung gemeinsamer künstlerischer
Bedürfnisse in Bezug auf das Wohnhaus und dessen
Einrichtung, die durch die beschränkte Stellung des Einzelnen
und den geringen Wohlstand der mittleren und sozial tiefer
stehenden Volksklassen gehindert sind, tatkräftig mitarbeitet. Es
will versuchen auch auf billigem Wege eine künstlerische Gestaltung
der bis jetzt weder praktisch noch sanitär günstigen
Form des Zinshauses, des festen Wohnungstypus der Großstädte
herbeizuführen. Was diese Aufgabe wesentlich erleichtert,
ist ein besonderer Vorzug der Industrie, welcher darin besteht,
daß die hergestellten Erzeugnisse nur sehr geringes Gewicht
aufweisen und deshalb ohne allzu große Erhöhung der
Transportkosten einen Versand auf große Entfernungen hin
zulassen, wodurch der Absatz sich über den ganzen Kontinent
auszudehnen vermochte.
In dem Vorstehenden haben wir schon angedeutet, daß
die Plastoidindustrie, so sehr sie auch anfangs konsumiert
gewesen sein mag, doch wesentlich ihren Standort in München
hat, weil neben dem Vorhandensein der Künstler und Münchens
Ruf als Kunstmetropole hier der optimale Arbeitsmarkt
für sie da ist: sie gehört heute zu den arbeitsorientierten
Industrien. München mit seinen zahlreichen Kunstschulen
und Ateliers besitzt stets die hier in Betracht kommenden
Arbeitskräfte in genügender Anzahl, als daß es einmal an
einem Angebot von wirklich tüchtigen Kräften für das genannte
Unternehmen fehlte. Die Industrie benötigt auch nur