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und zwar nur in immer mehr beschränktem Maße, was die
Vielen Hnnderttausende ausländischer Wanderarbeiter im landwirtschaftlichen
wie industriellen Betriebe und die dennoch herrschende
empfindliche Arbeiternot beweisen. Die letzten Heerespesetze
des Deutschen Reiches aber haben das wichtige Interesse
der militärischen Macht an einer möglichst zahlreichen landwirtschaftlichen
Bevölkerung deutlich gezeigr.
Der einzuschlagende Weg liegt klar: die energische innere
Kolonisation der agrarischen Provinzen, Ost- und Westpreußens,
Pommerns, Brandenburgs, Posens und Schlesiens
durch Besiedelung mit selbständigen deutschen Bauernd).
Der Einfluß dieses großen Werkes auf die Wirtschaftslage
der oberschlesischen Kohlen- und Eisenindustrie svringt sofort
in die Augen: die Beseitigung der Arbeiternot und eine ungeheuere
Ausweitung ihres natürlichen inländischen Absatzmarktes.
Die überschüssige agrarische Bevölkerung wird die
steigenden Arbeiteranforderungen der oberschlesischen wie der
anderen deutschen Industrien ausreichend befriedigen können.
Die dichte landwirtschaftliche Bevölkerung wird andererseits
einen bedeutenden und fortgesetzt wachsenden Bedarf an
Steinkohle und Eisenprodukten zeigen, der durch die sicher erfolgende
Ansiedlung gewisser Industriezweige, die auf landwirtschaftlichen
Urprodukten aufgebaut sind, noch um Erhebliches
gesteigert würde^).
Die Besiedlung Ostdeutschlands mit zahlreichen deutschen
Bauern ist das gegenwärtig wichtigste Lebensinteresse des Deutschen
Reiches^). Für Oberschlesten bedeutet sie die Eroberung
eines ganz neuen, großen Wirtschaftsgebietes.
1) Für Oberschlesien besonders wichtig ist die Parzellierung
des in dem Bezirk wie nirgends sonstwo überwiegenden Großgrundbesitzes
der Magnaten. Eine dichte oberschlesische Agrarbevölkerung
würde auf die Arbeiterverhältnisse der Montanindustrie den
heilsamsten Einfluß ausüben.
2) C. Ient sch Die Agrarkrisis (Leipzig 1899), S. 161: „Der
natürliche Weg zur Verpflanzung der Industrie wäre: Vermehrung
der Bauern, die die Vermehrung der Handwerker, die Vermehrung
der kleinen Städte nach sich ziehen würde. Diese würden Eisenbahnen
fordern, und mit denen zöge die Großindustrie ein."
3) F. Oppenheimer, S. 253, 269 ff., Verhandlungen d. Kgl. Pr.
L.-Ö.-K., S. 31. Th. v. d. Goltz, S. 289 f. A. Buchenberger,
S. 2 ff.