118
Somit überschritt der t. t. Kurs 1907 im Durchschnitt
den Silberexportpunkt um rund 1%, stand 1910 auf diesem
Punkt, während in den beiden anderen Jahren diese Grenze
nicht erreicht wurde. In den Diagrammen ist die Silber-
export-Linie 30—35 mm unter Parität zu denken, wobei zu
beachten ist, daß sie in Wirklichkeit wegen des veränder
lichen ausmachenden Betrages von Tag zu Tag schwanken
müßte.
Für Hongkong ist die Stellung der Silberpunkte da
durch etwas anders, daß der Dollar ein beträchtliches Agio
genießt, welches einen Export überhaupt ausschließt. Da
gegen würde, wenn sich etwa in London Hongkong-Dollars
in beliebiger Menge zum Silberwert beschaffen ließen,
die Differenz zwischen den Importspesen und dem Agio
immer einen Nutzen von mehreren Prozent erlauben. In
London sind aber Hongkong-Dollars, wenn überhaupt, dann
nur zum Kurswerte zu haben, sodaß es nur der englischen
Kolonialregierung, die die Geldmünze in Bombay schlagen
läßt, möglich ist, das Agio auszunützen; dafür fallen ihr aber
die Prägekosten und sonstige Spesen zur Last. Da, wie auf
Seite 113 ff, ausgeführt wurde, das Agio in der Taelbewer-
tung des Dollars ebenfalls zum Ausdruck kommt, so ist es
auch auf dem Umwege über Barrentransporte nicht möglich,
das Agio auszunützen. Im übrigen folgt aus diesen Ver
hältnissen, daß für Silbertransaktionen nur Barrensilber in
Frage kommt. Zur Bestimmung der Silberpunkte kann man
dabei nicht von der Münzparität des Dollars allein aus
gehen, sondern man muß dessen Taelbewertung oder das
Agio mit berücksichtigen. Bei einem Silberexport nach Lon
don ist unter Zugrundelegung der Durchschnittsziffern von
1910 folgendes zu erwägen;
100 $ = 74,26 Schanghai Taels
1 Sch.Tael bei 24,81 d Silberpr.=29,34d Silberwert in London
29.34 X 74.26 =2178,78 d Ertrag in London
abzüglich 1% Spesen = 21,78,,
Hongkong 1.1, 21,56 d = 1 $, mithin 2157,— d =?
2157 : 21,56 = 100.04 $.
Mithin Verdienst auf 100 Dollars 4 Cent. Anschaulicher
wird die Stellung der Silberpunkte, wenn man von der um