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Die Frage, ob diese Angabe der Wirklichkeit entspricht, liegt um so
näher, als danach zwischen dem theoretischen Zuckergehalte und der wirk
lichen Ausbeute, soweit man letztere kennt, ein offenbares Mißverhältnis;
besteht. Denn die meisten Nachrichten stimmen darin überein, daß bisher
eine Ausbeute von 7% im Durchschnitt keine schlechte sei. Ist es nun in
der That richtig, daß die übrigen 13 % als Fabrikationsverlust und als
Brennmaterial in der Bagasse abgehen? Die Frage scheint für die Beur
theilung der Zukunft um so dringender einer zutreffenden Beantwortung
zu bedürfen, als event, mit fortschreitender Vervollkommnung der Arbeits
weise sich der enorme Verlust sehr merkbar verringern würde, und anderer
seits erleichterte Kohlenzufuhr und verbesserte Heizmethode zu der Erwägung
führen müssen, ob es vortheilhaft ist, in der Bagasse etwa 8% Zucker zu
verbrennen, um theuren anderen Brennstoff zu ersparen. Man nmß sich
vergegenwärtigen, daß jedes Procent Mehrausbeute in Cuba eine Zucker
menge von 80 000 Tonnen oder 1600000 Centnern bedeutet, wenn man
die dortige Ernte auf nur 550 000 Tonnen jährlich mit 7 % Ausbeute
schätzt.
Hieraus ergiebt sich als eine der wichtigsten Aufgaben der Forschung;
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Natürlich werden sich für die verschiedenen Erzengungsländer nicht geringe
Verschiedenheiten ergeben. Voraussichtlich aber erhält man damit zugleich
einen thatsächlichen Anhalt zur Erklärung dieser Verschiedenheiten. Sie
werden ohne Zweifel auf Bodenbeschaffenheit, Klima, Behandlungsweise,
Gattung des Rohres und ähnliche Momente zurückzuführen sein. Soweit
es sich um Cuba handelt, fehlt es an Mittheilungen über das Ergebniß
von Untersuchungen, welche von zuverlässigen Sachverständigen vorgenom
men wurden. Die Erntezeit dauert dort fünf bis sechs Monate lang: es
fehlt an Nachrichten, wie das Rohr am Anfang der Ernte und wie am
Ende derselben sich verhält. Es würde von hohem Interesse sein, zu
wissen, ob in früheren Jahren, als Cuba der Ruhe und des Friedens soivie
einer gewissen Blüthe seiner Zuckerindustrie sich erfreute, das Rohr daselbst
von besserer Beschaffenheit war als während und nach der Revolution.
Und weiter wäre es von nicht minderem Interesse, das cubanische Rohr
in seinem Verhalten mit dem Rohr anderer Länder zu vergleichen. In
dessen vorläufig wird man auf solche Erwägungen verzichten müssen.
In einer älteren Beschreibung der Insel aus dem Ende der 50er Jahre
lvird erwähnt, daß, abgesehen vvn örtlichen Verschiedenheiten, das reife
Rohr enthalte 18 bis 22% Zucker, 10% Holzfaser, 1% Salze und 71%
Wasser. Eine nähere Begründung dieser Angaben fehlt: sie rührt ohne
Zweifel von gelegentlichen Mittheilungen der Pflanzer her. Ein Bericht
vom März 1885 aus der Havana bemerkt, man gewinne neuerdings zwar
mehr Zucker dort aus dem Rohre als früher; allein trotz vortrefflicher,