Object: Der historische Materialismus

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Denken hat sich geändert. Mit ihrer Großmutter ver— 
glichen ist sie ein neuer Mensch. 
Während die proletarische Frau durch den Platz, den 
sie im gesellschaftlichen Produktionsprozeß einnimmt, die 
Befreiung des Proletariats und damit der ganzen Mensch⸗ 
heit im Sinne hat, denkt die bürgerliche Frauenrechtlerin 
nur an die Befreiung der bürgerlichen Fraus Sie 
will diese innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft zur Macht 
bringen; sie will ihr kapitalstische Macht geben, was selbst⸗ 
verständlich nur möglich ist, wenn sie die Arbeiter gleich 
stark ökonomisch und politisch unterdrückt, wie die mann 
liche Bourgeoisie das jetzt tut 
Die Frauenrechtlerin will die Frau „nicht vom Eigen— 
kum befreien, sondern ihr die Freiheit des Eigentums der— 
schaffen, sie nicht vom Schmuß des Geldgewinns befreien, 
sondern ihr die Freiheit der Konkurrenz geben“. Die Ar— 
beiterfrau will sich und alle Frauen und aͤlle Männer vom 
Druck des Eigenlums und von der Konkurrenz befreten 
und dadurch alle Menschen wirklich frei machen: 
Obgleich der Inhalt der Köpfe dieser beiden ebenso⸗ 
sehr verschieden ist, wie ein Nachtlicht bom vollen Sonnen— 
licht, gehen die Gedanken beider doch aus dem Produk— 
tinoprsozeß hervor; sie unterscheiden sich nur durch die 
verschiedenen Eigentumsverhältnisse, in welche die beiden 
„Schwestern“ gestellt sind 
Die völlige Befreiung der Frau, die Befreiung der 
Arbeiter, die Befreiung der Menschheit, welche glühenden 
Gefühle flößen sie uns ein! Welche Leidenschaft und Tat 
kraft rufen sie bei Millionen hervor, welche Quellen der 
Energie lassen sie in uns aufsprudelu! Und welche herr⸗ 
liche goldene und rosenrote Träume bringen sie uns in 
Stunden der Ruhe nach dem Kampf! Danu kaun es 
scheinen, als ob der Geist des Menschen eigenmächtig all 
diese Energie, diese rasende Kampfeslust und diese ent— 
zückenden Träume wachriefe! Laßt uns aber nie verges⸗ 
sen, liebe Freunde, daß dieser gewaltige Wille des Prole⸗ 
tariats, diese Seligkeit im Siege und diese gestählte Hoff— 
nung nach der Niederlage, dieser riesige Idealismus der 
Arbeiter — die höchste, umfassendste und herrlichste, ja bei 
weitem herrlichste, weil die bewußteste und also tiefst ideli⸗ 
stische Geistesäußerung, die die Welt e gekannt gt 
daß diese schönsten geistigen Erscheinungen mit der Arbeit, 
dem Werkzeug verwachsen sind, die hretseits wiede fest 
in der Erde wurzeln. 
Diese beiden Beispiele beweisen an den zwei bedeu— 
lendsten Umwandlungen der Sitten unserer Zeit, wie
	        
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