der indonesischen Gesetzgebung. Wenn ein holländischer Redakteur
Kritik an der Regierung übt, dann ist das niemals die Aeußerung
eines Haßgefühls, das ist immer eine objektive Kritik; aber wenn
das indonesische Proletariat das sagt, dann ist es immer ein Gefühl
von Haß.
Wie sind die Gerichte für die Indonesier? Der Präsident ist ein
Jurist; Beisitzer sind pensionierte Regierungsbeamte der aus-
führenden Macht. Wenn die Polizei einen Revolutionär verhaftet und
vor das Gericht bringt, dann sind die alten pensionierten Beamten
immer für die Polizei und niemals für den Verhafteten. In Sumatra
gibt es die sogenannte „Rapad‘‘, da sind die Regierungsbeamten selbst
die Juristen, Sie strafen immer die Leute, welche gegen die schwere
Unterdrückung ankämpfen.
Wir haben in Indonesien jetzt auch ein Antistreikgesetz, welches
besagt, daß jedermann, der auf eine solche: Weise spricht, daß
vielleicht ein Streik ausbricht, der ein Schwanken in die Oekonomie
bringt, mit 6 Jahren bestraft wird.
Katayama-Japan:
Ich spreche von den japanischen Kolonien, Japan kam zu den
Kolonien vor ungefähr 32 Jahren, wo Formosa als Kolonie angeglie-
dert wurde. Später gelangte es noch zu Korea. Die imperialistische
apanische Regierung brachte die japanischen Gesetze in die Kolo-
nien, Nun stehen letztere unter Administration der Gesetze durch die
japanischen Minister und Beamten, die sehr scharfe und brutale
Vollstrecker der japanischen Gesetze sind. Gegenwärtig z. B, stehen
110 Kommunisten in Seoul, Korea, vor dem Gericht. Es ist bekannt
geworden, daß ein paar Genossen zu Tode gefoltert wurden beim
Versuch, die Namen der kommunistischen Organisationen und ihrer
Führer von ihnen zu erfahren. . Dieses beweist, wie sie im Gefängnis
gehandelt werden. Doch auch auf den Polizeistationen wurden sie
äußerst brutal mißhandelt, Während des Verfahrens gegen diese
110 Kommunisten begann die Arbeiter- und Bauernpartei eine öffent-
liche Kampagne in Japan, und zum Schluß wurden selbst Rechts-
anwälte aus der Provinz zur Verteidigung der Angeklagten nach Seoul
geschickt. Im Zusammenhang mit dieser Kampagne begaben sich
auch viele hervorragende kommunistische oder mit der Kommunisti-
schen Partei sympathisierende Rechtsanwälte nach Korea, um bei
liesem Prozeß anwesend zu sein und die koreanischen Kommunisten
zu verteidigen. Darauf wurden von der koreanischen Regierung
150 Polizisten aufgeboten, die das Gerichtsgebäude umzingelten, um
Jie sogenannten Verbrecher zu schützen. Da diese Rechtsanwälte,
wie schon oben erwähnt, kostenlos die Verteidigung übernahmen,
wurden sie als Freunde der Kommunisten betrachtet, wobei noch die
Feinde dieser Rechtsanwälte erklärten, daß sie solche Verbrecher
unter den gegebenen Verhältnissen niemals verteidigen würden. Die
Regierung bot dann noch mehr Polizisten auf, die es den Rechts-
anwälten unmöglich machten, diesmal die Verteidigung zu über-
aehmen. Doch da das japanische Gesetz vorsieht, daß ohne Rechts-
anwalt die Verhandlung nicht stattfinden kann, so. dauert dieser
Kampf immer noch an. Nach kurzer Zeit ging die Regierung auf ein
Kompromiß ein und entfernte die Polizisten aus dem Gerichtssaal, so
DAX)